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Zahnpasta im Test

  23.09.2020 | 05:00 Uhr

Es gibt viele Zahncremes - doch welche ist die richtige? Und worauf muss man beim Kauf achten? Stiftung Warentest hat Zahncremes getestet, darunter auch Naturkosmetik-Produkte. Diese haben jedoch fast alle nicht so gut abgeschnitten, denn viele schützen nicht einmal vor Karies.

Naturkosmetik-Zahnpasten oft "mangelhaft"
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Naturkosmetik-Zahnpasten oft "mangelhaft"

Im Supermarkt ist die Auswahl groß: Man kann sich zwischen einer aufhellenden Zahnpasta, einer Paste für sensible Zähne und einer klassischen Universal-Zahnpasta entscheiden. Doch vor allem sollen Zahnpasten die Zähne reinigen und vor Karies schützen. Viele Universalzahnpasten schaffen das hervorragend. Andere scheitern an der Grundanforderung: dem Schutz vor Karies.

Allroundcremes im Test

21 Tuben, darunter 9 Naturkosmetik-Produkte, wurden getestet: Die Bestenliste kommt auf 17 sehr gute Pasten, die günstigste kostet 34 Cent pro 100 Milliliter. Acht Zahncremes schnitten mit mangelhaft ab, fast alle mit Naturkosmetiksiegel. Sie enthalten zu wenig oder gar kein Fluorid. Das ist der wichtigste Inhaltsstoff, um Karies vorzubeugen.

Bio-Zahncremes - Wirkung nicht nachgewiesen

 (Foto: pixabay/monfocus)

Naturkosmetikhersteller verwenden überwiegend pflanzliche Rohstoffe, oft aus biologischem Anbau. Manche im Test setzen auf Kokosöl, Salbei oder grünen Tee als Schutz gegen Karies. Diese Wirkung ist aber nicht ausreichend nachgewiesen. Nur für Fluorid belegen viele Studien den karieshemmenden Effekt. Sechs Naturkosmetik-Pasten fallen deshalb durch: Bei ihnen geht schon aus der Kennzeichnung hervor, dass sie kein Fluorid enthalten.

Es gibt aber auch zwei sehr gute Naturkosmetikpasten mit Fluorid: Alviana Bio-Pfefferminze und Logodent Rundumschutz. Durchgefallen ist die mit 11 Euro teuerste Tube im Test mit dem verheißungsvollen Namen „Zahncreme mit Dreikönigsgaben“. Die Naturkosmetik-Paste von Droste-Laux wirbt auf der Packung mit „Rügener Heilkreide mit natürlichem Fluorid“. Im Prüflabor wurde aber kein Fluorid in der Zahnpasta gefunden. Bei der Ayurvedischen Himalaya-Zahncreme bestätigte die Stiftung-Warentest Analyse zwar die angegebene Fluoridmenge, diese ist aber viel zu gering für einen wirksamen Kariesschutz. Die Paste erhielt deshalb ein Mangelhaft.

Universal-Zahnpasten - die Rundumversorger

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Am besten schneiden Parodontax und Dental Delight ab. Beide Testsieger machen Weißmacherpasten Konkurrenz: Sie entfernen Verfärbungen sehr gut, ebenso Colgate Total plus gesunde Frische und Oral-B. Oral-B hat aber einen hohen Abrieb, weshalb sie bei empfindlichen Zähnen und freiliegenden Zahnhälsen nicht zu empfehlen ist.

Sieben der besten Pasten kosten weniger als 1 Euro pro 100 Milliliter. Die günstige unter diesen ist Aldi Süd Eurodont für 35 Cent. Die Tube der Eurodont Kräuter-Zahncreme von Aldi Nord sieht fast genauso aus. Sie ist aber anders zusammengesetzt als die von Aldi-Süd, hat einen geringeren Abrieb und entfernt Verfärbungen nicht ganz so gut.

Weiße Zähne - Aufheller-Zahncremes

Zähne weiß und verfärbt (Foto: pixabay/geralt)

Stiftung Warentest hat zusätzlich zu den Universalzahnpasten fünf Tuben speziell für weißere Zähne untersucht. Die Tester prüften nicht nur die Kariesprophylaxe, sondern auch, ob sie Werbeaussagen wie „sofort ein Farbton weißer“ oder „weißere Zähne in 3 Tagen“ einhalten. Und tatsächlich: keine der Weißmacherpasten verspricht zu viel. Verfärbungen entfernt Signal White Now am effektivsten und schonendsten. Die Paste mit mittlerem Abrieb kostet 2,65 Euro pro 100 Milliliter. Sie enthält den Farbstoff Blue Covarine, durch den Zähne kurzzeitig heller erscheinen.

Sehr gut sind auch Blenda-med 3D White Luxe Glamorous (2,67 Euro) und 3D White Vitalizing fresh (2,33 Euro). Sie haben aber einen hohen Abrieb: Wer freiliegende Zahnhälse hat, nimmt besser Pasten mit niedrigem Abrieb.

Ein Tipp von Stiftung Warentest

Parodontax Complete Protection für 6,60 Euro pro 100 Milliliter ist die beste Universal Zahnpasta mit niedrigem Abrieb. Sie entfernt Verfärbungen sehr gut. Noch etwas besser schaffen das Weißmacherpasten wie die sehr gute Signal White Now (2,65 Euro) mit mittlerem Abrieb. Die beste unter den günstigen Universal Zahnpasten ist Aldi Süd Eurodont (35 Cent). Für Naturkosmetik- Käufer: Sehr gut sind Alviana Bio-Pfefferminze (2,39 Euro) und Logodent Rundumschutz (3,25 Euro) – beide mit Fluorid.

Was Karies vorbeugt

Was Karies vorbeugt und vor Zahnschäden schützt: selten naschen und regelmäßig putzen – mit fluoridhaltiger Zahnpasta. Fluorid stärkt den Zahnschmelz und macht ihn widerstandsfähiger gegen Säuren. Um optimal wirksam zu sein, sollte der Fluoridgehalt in Pasten für Erwachsene bei fast 1500 ppm (parts per million, also Teile pro Million) liegen. Eine Überdosis ist nicht zu befürchten – nicht mal durch versehentliches Verschlucken.

Was Zahnärzte für Kinder empfehlen

Zwei- bis Fünfjährige sollen zweimal täglich mit einer erbsengroßen Menge Zahnpasta mit 1 000 ppm Fluorid putzen, das entspricht 0,1 Prozent. Bis zum zweiten Geburtstag reichen 500 ppm. Ab dem Schulalter sind Juniorpasten ratsam, die ähnlich viel Fluorid wie Zahncremes für Erwachsene enthalten. Aber auch Erwachsenenpasten ohne Zink eignen sich für Schulkinder.

Weitere Informationen im Test-Heft 10/2020


Auch Thema auf SR 1 am 23.09.2020 in der Sendung "Balser & Mark. Dein Morgen".

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