Tag des Tagebuchs (Foto: pixabay)

Das Corona-Logbuch

Tag des Tagebuchs

Lena Schmidtke   12.06.2020 | 17:00 Uhr

Am 12. Juni ist Welttag des Tagebuchs. Das geht auf Anne Frank zurück, die am 12. Juni 1929 geboren ist, und ihren Alltag während des Zweiten Weltkrieges in ihren Tagebüchern festgehalten hat. Aktuell werden Erfahrungen und Ängste oft in "Corona-Tagebüchern" festgehalten. Zum Beispiel am Ludwigsgymnasium in Saarbrücken, wie SR-Reporterin Lena Schmidtke herausgefunden hat.

Das Corona-Tagebuch
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Das Corona-Tagebuch

"Wie kann ich den Schülern irgendwie eine Stimme geben", fragte sich Deutschlehrerin Andrea Schmidt vom Ludwigsgymnasium zu Beginn der Corona-Krise. Die Lösung war ein "Corona-Logbuch", wie sie es nennt. So sollten ihre Schützlinge das verarbeiten und teilen, was sie in Corona-Zeiten beschäftigt und belastet. "Es ist kein intimes, privates Tagebuch, sondern eines, das öffentlich ist."

Bei den Schülern kommt das gut an, so zum Beispiel bei Elftklässler Justus: "Das war für mich sozusagen eine Konstante, die mir wirklich geholfen hat, den Alltag zu strukturieren." Zwar habe er sich die ersten Tage noch davor gedrückt, erzählt er, dann habe es ihm aber Spaß gemacht und den Druck reduziert.

Therapeutische Wirkung

Auch der saarländische Autor Wolfgang Brenner führt seit Jahren Tagebuch und findet es gerade jetzt in der Krise sehr hilfreich: "Tagebuch führen ist immer therapeutisch meiner Ansicht nach." Es sei eine Form der Meditation und Besinnung.

Auch das Lesen alter Tagebücher könne neben dem Unterhaltungswert sehr interessant sein. So könnten Entwicklungen und Zeichen zum Vorschein kommen, die man dann analysieren kann.


Auch Thema auf SR 1 am 12.06.2020 in der Sendung 'Hallo Saarland'.

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