Ein schwarzer Stecker vor einer weißen Steckdose, mit einer Taschenlampe beleuchtet. (Foto: dpa/Sebastian Widmann)

Vorsicht bei Stromvergleichsportalen

  07.06.2019 | 15:16 Uhr

Das Bundeskartellamt hat in diesem Jahr 150 Portale gecheckt und festgestellt, am Ende der Suche steht nicht immer das beste Angebot an erster Stelle. Vor allem beim Vergleich von Stromanbietern kritisiert das Bundeskartellamt die Portale.

Tarifanzeige undurchsichtig

Viele Angebote würden gar nicht angezeigt, weil das Vergleichsportal dafür keine Provision erhalte, sagt das Bundeskartellamt. Das sei aber für den Stromkunden nicht immer ersichtlich. Darauf weist auch die Stiftung Warentest hin: 'Kunden, die Vergleichsportale nutzen, müssen wissen, dass diese Voreinstellungen haben, wie zum Beispiel Vertragslaufzeit, Preisgarantie, aber auch andere Kriterien wie hohe Kundenempfehlungsquote oder direkte Wechselmöglichkeit und solche Kriterien sorgen dafür, dass in den Portalen nur Tarife angezeigt werden, bei denen das Vergleichsportal auch eine Provision erhält'.

Vorsicht bei Stromvergleichsportalen
Audio
Vorsicht bei Stromvergleichsportalen

Lockangebote fallen oft nach einem Jahr weg

Das muss man also wissen, bevor man den Vergleich im Netz ausprobiert. Die Voreinstellungen in den Vergleichsportalen könne man sogar für sich nutzen. Wichtig ist auch, dass die Vergleichsportale auch nur von Menschen genutzt werden, die 'kleine Profis' sind und sich gut im Energiebereich auskennen. Die genau wissen, wenn ich mich auf einen Tarif mit einem Bonus einlasse, dann muss ich auch nach einem Jahr auch wieder den Tarif wechseln. Weil der Tarif automatisch im zweiten Jahr auch wieder nach dem Wegfall des Bonus' schon deutlich teurer wird, so die Expertin Marion Weitemaier von Stiftung Warentest.

Unzufriedenheit mit Stromtarif - Was kann man tun?

Mit solchen Lockangeboten ködert zum Beispiel der größte saarländische Stromanbieter Energis seine Kunde nicht. Unzufriedene Kunden sollten sich immer zuerst an ihren Versorger wenden, empfiehlt Jochen Strobel von Energis: "Wir können ihn nicht einfach in einen günstigeren Tarif transferieren, wenn der nicht einen Vertrag mit uns unterschreibt. Wir brauchen also eine aktive Zustimmung vom Kunden. Und er sagt auch, ja das will ich. Meldet er sich bei uns - über welchen Kanal auch immer - können wir da beratend tätig werden und können ihm da auch an der einen oder anderen Stelle tätig werden."

Bundeskartellamt
Richtiger Umgang mit Vergleichsportalen im Internet
Das Bundeskartellamt hat in diesem Jahr 150 Portale gecheckt und festgestellt: Am Ende der Suche steht nicht immer das beste Angebot an erster Stelle. Vor allem beim Vergleich von Stromanbietern tappt man da schnell in eine Falle. Verbraucher sollten darauf achten, wie ein Ranking tatsächlich zu Stande kommt oder ob in den Vergleich auch möglichst viele Angebote eingeflossen sind.

Der Blick in die Vergleichsportale geht zwar schnell, bietet aber am Ende nicht immer den besten Preis.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja