LSVS Informationstafel  (Foto: SR)

"Hier geht's echt um Steuerzahlergeld ..."

  02.11.2018 | 15:15 Uhr

Die Diskussion und Kritik um die Zukunft des Landessportverband LSVS nimmt kein Ende. Die Landesregierung hat ein Rettungspaket geschnürt, um dem mitgliederstärksten Verband des Landes finanziell aus der Patsche zu helfen. Das Land wird für den notwendigen 15-Millionen-Kredit bürgen, gewährt dem LSVS ein Darlehen über 850.000 Euro und übernimmt für die Sportschule die Heizkosten - jährlich an die 500.000 Euro.

Berufung auf Verträge aus dem Jahr 1982

Der Chef des saarländischen Steuerzahlerbunds, Christoph Walter, kritisiert genau diesen Heizkostenzuschuss. Es gehe um Steuerzahlergeld, das das Land jetzt übernimmt und dem LSVS kostenlos überlässt. Das Kabinett beruft sich hier auf die bestehenden Alt-Verträge aus dem Jahr 1982. Damals war die Sportschule aber noch "überschaubar". Zwischenzeitlich ist sehr viel passiert, unter anderem ist der Olympiastützpunkt eingerichtet worden. Aber: Nach einer Vereinbarung in den alten Verträgen ist diese Kostenberechnung neu zu ermitteln, wenn sich der Umfang und die Gebäudenutzung erheblich verändern.

Kostenlose Nutzung der Anlagen

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Übrigens: Landesbedienstete dürfen kostenlos Fitnessstudio oder Schwimmhalle benutzen. Der Steuerzahlerbund sieht das sehr kritisch: "Grundsätzlich ist diese kostenlose Nutzung der Einrichtungen durch Landesbedienstete für private Zwecke. ... Das ist ein Unding, dass hier auf Kosten des LSVS die Anlagen kostenlos benutzt werden."

"LSVS sollte im Grunde aufgelöst werden"

Die GroKo im Saarland will den LSVS als öffentlich-rechtliche Körperschaft nicht nur erhalten, sondern auch möglichst unabhängig halten. Für den Steuerzahlerbund ist das unverständlich: "In anderen Bundesländern werden alle Sportangelegenheiten dem Innenministerium unterstellt und es erscheint alles im Haushalt. Warum muss das Saarland eine Ausnahme machen und organisiert das Sportgeschehen über den LSVS?" Nach Meinung des Steuerzahlerbundes sollte der LSVS im Grunde aufgelöst werden und das Ganze dem Ministerium unterstellt werden. Dann unterliege der Bereich auch einer parlamentarischen Kontrolle im Rahmen des Haushaltes."

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