Stechmücke sticht zu  (Foto: pixabay/francok35)

Insektenabwehr durch Mückenstecker - funktioniert das?

  04.07.2019 | 08:52 Uhr

Stechmücken will keiner um sich haben. Es gibt viele Mittel und Wege, sie zu bekämpfen. Viele Verbraucher benutzen einen Insektenstecker, der die Stechmücken abwehren soll. Öko-Test hat die Geräte begutachtet. Allerdings ist das Ergebnis ernüchternd: Es wird kein einziges der Produkte empfohlen.

Mückenstecker im Öko-Test

Anti-Mücken-Stecker im Test
Audio
Anti-Mücken-Stecker im Test

ÖKO-TEST hat neun Mückenstecker begutachtet. Die Anbieter preisen sie als Mückenstecker, Elektroverdampfer, UV-Licht-Mückenvernichter oder elektrische Fluginsektenvertreiber an. Man braucht sie nur in die Steckdose zu stecken und sie verrichten ihre Arbeit von alleine.

Allerdings ist das Ergebnis mehr als ernüchternd. Das kurze Fazit von Ökotest lautet: Mückenstecker sind entweder gesundheitlich oder ökologisch bedenklich. Oder sie wirken nicht. Kein einziges der Produkte ist demnach zu empfehlen. Vielmehr sollte man besser zur klassischen Fliegenklatsche greifen oder Fliegengitter am Fenster anbringen.

Ultraschallpiepser

Die Mücken sollen gar nicht erst ins Zimmer kommen, weil ein kleines Gerät Impulse im Hochfrequenz- oder Ultraschallbereich sendet. Für die Menschen sind die Töne nicht hörbar. Für die blutsaugenden weiblichen Stechmücken sollen sie jedoch wie der Flügelschlag paarungswilliger Männchen klingen, was sie von dannen ziehen lassen soll. Allerdings liefern internationale Studien, die sich Ökotest diesbezüglich angeschaut hat, keine Beweise dafür.

Biozidverdampfer

Eingesteckt erhitzen die Geräte ein Insektengift. Das Insektizid, eine Art Nervengift, verdampft und verteilt sich in der Raumluft – und das über Stunden oder die ganze Nacht. Also nicht gerade harmlos; darauf deuten schon die vielen Warnhinweise auf den Verpackungen hin, darunter: „Empfindliche Personen (Kinder, Asthmatiker etc.) sollten dieser Substanz nicht ausgesetzt werden.“ Da sich das Gift im Hausstaub absetzt, bleibt es zudem über lange Zeit im Raum nachweisbar. Auch ökologisch ist der Einsatz bedenklich, da der Verdampfer generell auch andere Insektenarten schädigt, zum Beispiel Bienen.

Hochspannungslichtfallen

Kein Gift im Zimmer und auf jeden Fall wirksam, das versprechen die Hochspannungslichtfallen. Licht soll die Stechmücken anlocken. Sobald die Insekten dann an ein Hochspannungsgitter geraten, werden sie mit Stromstößen von 800 Volt und mehr zerfetzt. Auch hier gibt es ökologische Bedenken, denn die Lampen töten wahllos und sind daher eine große Gefahr für alle Arten von Insekten, darunter auch geschützte und im Fortbestand gefährdete Arten.

(Informationen aus oekotest.de/Juli 2019)

Wie schützt man sich vor Stechmücken?

Stechmücke (Foto: SR)

Stechmücken orientieren sich an der menschlichen und tierischen Atemluft, dem CO2-Gehalt in der Luft und Wärme. Sie sind hauptsächlich in der Dämmerung aktiv und finden sich anhand von geringen Helligkeitsunterschieden zwischen Himmel und Erde in der Welt zurecht. Kommt eine starke, unnatürliche Lichtquelle ins Spiel, wie eine Neonröhre, dann verlieren sie die Orientierung und kreisen unaufhörlich um dieses Licht. Wer keine Stechmücken in der Nähe haben möchte, sollte also auf solche Lampen verzichten.

Außerdem mögen die kleinen Blutsauger keinen Rauch. Sitzt man im Garten am Feuer, so ist man verhältnismäßig sicher vor den Tierchen. Was sie allerdings mögen, ist Alkohol. Je mehr davon in der Atemluft eines Menschen enthalten ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich ihm Stechmücken nähern.

Wer in der Nähe einer Tierweide wohnt, kann davon ausgehen, dass die Weidetiere die Stechmücken ablenken, was auch eine gewisse Art Schutz bietet. Und wer einen  Gartenteich hat, bei dem können Goldfische Abhilfe schaffen. Denn die fressen die Mückenlarven im Wasser.

Gegen den Juckreiz nach einem Stich hilft das Einreiben mit einer aufgeschnittenen Zwiebel oder ein kühler Quarkumschlag. Auf keinen Fall sollte man die Stiche aufkratzen, da sie sich sonst entzünden können.

Mehr zum Thema

Gibt es diesen Sommer eine Stechmückenplage?
Audio
Gibt es diesen Sommer eine Stechmückenplage?
Der Sommer bringt leider nicht nur positive Dinge mit sich. In der heißen Jahreszeit machen auch viele Stechmücken Jagd auf ihre Opfer. Viele haben den Eindruck, dass es in diesem Jahr besonders schlimm ist. Ob dies wirklich der Fall ist und was man tun kann, wenn man gestochen wurde, verrät der Biologe Dr. Norbert Becker im SR 1-Interview.


Auch Thema auf SR 1 am 04.07.2019 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

Artikel mit anderen teilen