Illustration des Coronavirus (Foto: Imago Images/ZumaPress)

Das Saarland-Update vom 09.04.2020

  09.04.2020 | 08:02 Uhr

Die Flut an Informationen über die Corona-Pandemie reißt nicht ab. Unser tägliches Update auf SR 1 informiert über die wichtigsten Entwicklungen in der Welt und auch im Saarland : montags bis freitags immer um 7.45 Uhr

Die aktuellen Zahlen 

SR-Landespolitikreporterin Katrin Aue.
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SR-Landespolitikreporterin Katrin Aue.

Mittlerweile wurden im Saarland 1842 Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet. Diese Zahl hat das Gesundheitsministerium gestern Abend gegen 18 Uhr herumgeschickt. Das waren 142 neue positiv getestete Infizierte. Das bedeutet: Es gibt wieder mehr offizielle Neuinfektionen als noch vorgestern, da waren es 95 mehr als am Vortag.

Das kann verschiedene Ursachen haben, möglicherweise weniger Tests am Wochenende. Die Zahlen schwanken auch immer ein wenig. Es macht sicherlich Sinn, am Ende der Woche den 7-Tage-Trend abzuwarten, um zu sehen, ob sich die positive Tendenz fortsetzt, die gestern Ministerpräsident Hans beschrieben hat. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wirtschaftsministerin Rehlinger sagte er, als die Ausgangsbeschränkungen vor zweieinhalb Wochen verhängt wurden, habe die Zahl der registrierten Neuinfektionen innerhalb einer Woche um den Faktor 8 zugenommen. Also: am Ende der Woche waren acht mal so viele Menschen positiv getestet worden wie am Anfang der Woche. Zuletzt sei diese Zahl aber nur noch um den Faktor 1,8 innerhalb einer Woche angestiegen.

 Zur Zahl der Toten im Saarland im Zusammenhang mit Covid-19: Da wurden Stand gestern Abend mittlerweile 35 gezählt – 3 mehr als vorgestern. 502 Menschen gelten jetzt landesweit als geheilt.

Währenddessen kann in unserer Nachbarregion Grand Est von Entspannung der Lage noch keine Rede sein. Da steigt die Zahl der Menschen, die mit Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden, zwar nicht mehr so stark an wie noch letzte Woche. Aber sie steigt immer noch. 4819 Menschen sind es derzeit (Stand gestern Abend). 1674 Menschen sind mittlerweile in den Kliniken der Region Grand Est im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Wie geht es weiter?

Die Botschaft, auf die wahrscheinlich viele gehofft haben, hat die Landesregierung gestern nicht verbreitet: Die Ausgangsbeschränkungen können vorerst – trotz aller Zuversicht – noch nicht gelockert werden. Für eine Entwarnung sei es noch zu früh, hat der Ministerpräsident bei der Pressekonferenz gesagt. Schließlich liege der Höhepunkt der Pandemie noch vor uns. Das heißt: Es gibt weiterhin kein Datum zum Beispiel für die Wieder-Eröffnung der Kitas und Schulen.

Aber: Der positive Trend bei den Infektionszahlen zeige ja, dass die Maßnahmen offenbar wirken. Tobias Hans sagt, ein zu früher Ausstieg würde diese Erfolge gefährden.

Was gibt es Neues bei der Versorgung?

Schutzausrüstung ist immer noch ein großes Problem. Es seien Materialien im Wert von 13 Millionen Euro bestellt worden, vor allem Masken, heißt es von der Landesregierung. Aber wie leergefegt der Markt für Schutzkleidung und Masken derzeit ist, mit wie harten Bandagen da um das wenige Vorhandene gekämpft wird, zeigte gestern eine Formulierung von Tobias Hans. Er sagte, man erwarte die Lieferung dieser Bestellung „mit aller Vorsicht“ in den nächsten Tagen.

In Sachen Tests gibt es eine interessante Entwicklung in unserem Nachbarland Luxemburg: Da startet jetzt eine repräsentative Bevölkerungsstudie mit sogenannten Antikörper-Tests. Die Forscher wollen herausfinden, wie viele Menschen in Land schon mit dem Corona-Virus infiziert waren und seitdem immun sind. Das ist interessant, weil man mit einer solchen Datengrundlage viel gesicherter über Exit-Strategien nachdenken kann. In Deutschland gibt es auch Wissenschaftler, die an Antikörper-Tests arbeiten. Aber bislang wurde noch keiner als zuverlässig genug eingeschätzt, als dass man großflächig darauf aufbauen könnte. Vielleicht helfen uns die Daten aus Luxemburg da weiter.

Auch Thema auf SR 1 am 09.04.2020 bei 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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