Schild mit der Aufschrift Urlaub (Foto: SR)

Was wird aus dem Urlaub 2020?

  16.04.2020 | 12:10 Uhr

Die Osterferien müssen wir in diesem Jahr zuhause verbringen. Droht dem Sommerurlaub vielleicht das gleiche Schicksal? Was, wenn man schon gebucht hat? Viele Reisen wurde wegen Corona storniert. Wann kann man überhaupt wieder Reisepläne angehen? Verbraucherschutz und Reiseveranstalter raten derzeit dazu, langfristig zu planen.

Wenn man den Sommerurlaub schon gebucht hat

Bei Pauschalreisen gilt: Wenn der Veranstalter die Reise absagt, hat man Anspruch auf die komplette Rückerstattung der Kosten. Das gilt auch, wenn nur das Hotel die Übernachtung storniert oder die Airline den Flieger cancelt.

Anders ist es, wenn man Flug, Hotel und vielleicht auch Ausflüge individuell gebucht hat. Dann wird es komplizierter, weil man mehrere Ansprechpartner hat und damit auch verschiedene Stornoregelungen. Das heißt, man muss bei den einzelnen Veranstaltern in den AGBs nachschauen, wie die Sache jeweils geregelt ist. In den meisten Fällen gilt zum Beispiel bei Hotels, dass man sein Geld in Corona-Zeiten zurück bekommt. Bei Hotels im Ausland kann es schwieriger sein, aber da sagt die Verbraucherzentrale des Saarlandes, dass die gerade geltende weltweite Reisewarnung ein guter Grund sein kann, kostenlos zu stornieren.

Was wird aus dem Urlaub 2020?
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Was wird aus dem Urlaub 2020?

Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt derzeit noch bis Ende April. Viele gehen aber davon aus, dass sie verlängert wird. Diese Entscheidung sollte man unbedingt abwarten. Denn wenn man vorher die gebuchte Reise auf eigene Faust storniert, weil man zum Beispiel unsicher ist, ob man sie im Mai, Juni oder Juli antreten will, dann bleibt man auf den Kosten sitzen, egal ob die Reise am Ende stattfindet oder nicht. In diesem Fall ist man auf die Kulanz des Anbieters angewiesen, ob man auf eine spätere Reise umbuchen kann.

Muss man Gutscheine akzeptieren?

Eine Rückerstattung der Reisekosten bringt Fluggesellschaften und Reiseveranstalter in finanzielle Probleme. Deswegen stellen einige Veranstalter bereits Gutscheine aus, die man zu einem späteren Zeitpunkt einlösen kann. Diese Gutscheine muss man nicht annehmen. Vielmehr hat man ein Anrecht darauf, sein Geld zurückzubekommen. Bei Pauschalreisen sollte das zum Beispiel innerhalb von 14 Tagen geschehen.

Wenn man allerdings weiß, dass man den Gutschein demnächst einlösen will, dann kann man ihn natürlich akzeptieren und den Reiseveranstalter auf diese Weise unterstützen. Dabei gilt es zu bedenken, so Elif Tanto von der Verbraucherschutzzentrale des Saarlandes, dass es momentan noch keine Absicherung gegen eventuelle Insolvenzen der Unternehmen gibt. Das bedeutet: Jetzt hat man noch Anspruch auf Rückerstattung der Kosten. Das könnte sich aber bald ändern.

Die Bundesregierung plant nämlich eine Gutschein-Lösung für Pauschalreisen. Dann gäbe es statt Geld eben einen Gutschein. Für Kultur- und Sportveranstaltungen gilt die Regelung schon in der Form, dass man, wenn man den Gutschein bis Ende 2021 nicht einlöst, dann das Geld zurückerstattet bekommt. Ob die Gutschein-Lösung für Pauschalreisen tatsächlich umgesetzt wird, ist aber noch offen, da die EU-Kommission dem noch zustimmen muss, und dort steht das Vorhaben stark in der Kritik.

Langfristig planen

Flugzeug am Himmel (Foto: pixabay/ThePixelman)

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen rät davon ab, jetzt schon den Sommerurlaub zu buchen: "Für Juli und August kann derzeit niemand verlässliche Vorhersagen machen", sagt sie. Auch Verbraucherschützer und Reisebüros sehen das so. Selbst wenn ab Mai die Reisewarnung nicht mehr gelten sollte, wird danach noch nicht alles wieder so laufen wie zuvor. Deshalb raten sie dazu, langfristig zu denken und Reisepläne eher auf das Jahresende zu verschieben. Das gilt für Neubuchungen wie auch für Umbuchungen.

Wer jetzt dennoch schon buchen will, der darf eine Anzahlung nicht verweigern. Denn wer bewusst eine Reise bucht, stimmt damit auch den Vertragsbedingungen zu und ist dadurch verpflichtet, eine Anzahlung zu leisten.

Viele Anbieter sind aber sehr flexibel bei Pauschalreisen und bieten kostenlose Stornierungen bis Ende Mai oder länger an. Das muss man aber individuell bei den Veranstaltern erfragen oder in den Reisebüros - am besten online, denn die Reisebüros sind ja immer noch geschlossen.

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Auch Thema auf SR 1 am 16.04.2020 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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