Schüler sitzen mit Maske in der Klasse  (Foto: SR)

Schulunterricht in Zeiten von Omikron

  05.01.2022 | 12:36 Uhr

Die Weihnachtsferien sind vorüber, jetzt geht's für die Schüler:innen im Saarland wieder zum Präsenzunterricht. Und die Corona-Regeln bleiben erst einmal wie sie waren. Genügt das auch gegen die Omikron-Variante? Ministerin Streichert-Clivot hält die derzeitigen Maßnahmen für ausreichend, Marcus Hahn vom Philologenverband ist dagegen skeptisch

Ausreichendes Maßnahmenpaket

Zwei Schnelltests pro Woche, Maskenpflicht auch im Unterricht sowie Lüftungskonzepte und Luftfilteranlagen - die Regeln an den saarländischen Schulen bleiben trotz der zunehmenden Verbreitung der Omikron-Variante erst einmal unverändert. Bildungsministerin Streichert-Clivot sieht die Schulen im Saarland damit auch für eine Omikron-Welle gut gerüstet und will auch an der Präsenzpflicht festhalten.

Sollte in einer Klasse ein Omikron-Fall auftreten, dann werde das Gesundheitsamt aktiv, so Streichert-Clivot. Je nach Kontakt-Intensität entscheidet es auch, ob die ganze Klasse in Quarantäne muss oder nur ein Teil, und legt dann ein Test-Regime fest.

Lehrer am Limit

Marcus Hahn vom saarländischen Philologen-Verband ist dagegen skeptisch: Die Lehrer an den weiterführenden Schulen arbeiten jetzt schon am Limit, sagt er. Größere Ausfälle durch Infektionen und Quarantänen seien personell nicht zu schaffen.

Er fordert daher ein Konzept, um reagieren zu können, bevor ein Präsenzunterricht unmöglich wird: "Wir müssen rechtzeitig vorher auf die Notbremse treten können; wir müssen wissen, wann dieser Punkt ankommt, um vorher bereits zum Beispiel Wechselunterricht, eine Verkleinerung der Klassen einleiten zu können. Denn sonst stehen wir vor einem Scherbenhaufen".

Größere Ausfälle sind nicht zu schaffen
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Größere Ausfälle sind nicht zu schaffen
sagt Marcus Hahn vom saarländischen Philologen-Verband

Mehr Sicherheit durch mehr Tests

Präsenzunterricht sei für die Schüler:innen das Beste und sollte daher auch oberstes Gebot bleiben, so Landesschülersprecher Lennart-EliasSeimetz. Wenn es aber gesundheitlich nicht mehr vertretbar sei, dass so viele Schüler:innen in die Schule kommen, dann wäre Wechselunterricht immer noch besser als Online-Unterricht; letzterer sei aus Schülersicht die schlechteste Maßnahme.

Seimetz spricht sich für mehr Tests an den Schulen aus, wenn nicht täglich, dann zumindest dreimal die Woche. Das würde mehr Sicherheit geben.


Wie es in den Schulen letztendlich weitergehen soll, darüber stimmen sich die Kultusminister der Länder am 5. Januar 2022 ab.


Auch Thema in den Sendungen von SR 1 am 04. und 05.01.2022 .

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