Schlafende Frau (Foto: Pixabay)

Am Sonntagabend Bettruhe finden

  20.07.2020 | 07:20 Uhr

Das kennt wahrscheinlich jeder von uns: Man liegt am Sonntagabend im Bett, in wenigen Stunden klingelt der Wecker und man müsste dringend einschlafen - nur der Kopf macht da nicht mit. Der fehlende Schlaf staut sich unter der Woche weiter an und am Wochenende würde man am liebsten alles nachholen. Wie baut man stattdessen einen gesunden Schlafrhythmus auf?

Viele gucken am Montagmorgen ganz schön müde aus der Wäsche.
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Viele gucken am Montagmorgen ganz schön müde aus der Wäsche.

Der Schlaf ist das wichtigste Regenerations- und Reparaturprogramm das der Mensch hat. Wenn wir werktags nicht lange genug schlafen, beenden wir dieses wichtige Programm vorzeitig, sodass es gar nicht alle Aufgaben erfüllen kann. Wir Menschen sind die einzigen Lebewesen, die ihren Schlaf durch den Wecker künstlich verkürzen: Natürlich setzen das gesellschaftliche Rahmenbedingungen wie Arbeit oder Familie mit Kleinkindern voraus. Trotzdem gibt es einige schlaffördernde Faktoren, die man selbt in der Hand hat.

Den an den Werktagen fehlenden Schlaf einfach am Wochenende nachzuholen ist ein Irrglaube: "Das ist so, als würde man die ganze Woche nur Junk-Food essen und dann am Wochenende Bio-Futter - damit kompensiert man auch nichts mehr", erklärt Dr. Hans-Günter Weeß, Leiter des Interdisziplinären Schlafzentrums am Pfalzklinikum, Standort Klingenmünster.

Wichtig ist es zunächst, sich selbst in seinem Freizeitprogramm zu disziplinieren. Das bedeutet: Trotz vielfältiger Reize wie Fernsehen, Internet oder abends nochmal Freunde treffen sollte man sich abends - wenn möglich - rechtzeitig ins Bett legen.

Anspannung - das ist der Feind des Schlafes

Gerade Sonntags spielen laut Weeß zwei Faktoren eine wichtige Rolle: Erstens sollte man am Wochenende generell nicht mehr als 2 Stunden vom Schlafrhythmus innerhalb der Werktage abweichen. Oftmals neigt man nämlich dazu, das Ausschlafen am Samstag zu lange auszureizen und dann trotzdem zeitig schlafen zu gehen. In diesem Fall ist die Wachphase nicht lang genug um einen Schlafdruck aufzubauen. Und dann schläft man natürlich schlechter ein.

Das zweite Problem liegt im Gedankenkarussell, das einen vom Schlafen abhält. Um das zu vermeiden, sollte man vorher schon innerlich Feierabend machen und die Grübeleien nicht mit ins Bett nehmen. Das bedeutet: Vorher bewusst zurückziehen und sich mit Problemen und Schwierigkeiten auseinandersetzen.

Danach sollte man sich schönen Beschäftigungen widmen die für Entspannung sorgen, wie beispielsweise Musik hören oder ein gutes Buch lesen. Auch Hörbücher aus der Kindheit eignen sich pefekt für Erwachsene: Sie richten die Aufmerksamkeit auf etwas Positives und lösen das wohlige Gefühl von Sicherheit und Vertrautheit aus, so Weeß.

Was auch immer hilft: Am Wochenende nicht zu faul sein. Wer sich viel bewegt und Sport macht, wird auch körperlich müde und schläft besser.

Auch Thema auf SR 1 am 20.07 in 'Balser & Mark. Dein Morgen.'

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