Karussell (Foto: Pixabay /Skeeze)

Schausteller in Not

  17.09.2020 | 16:04 Uhr

Rund 350 Schausteller gibt es im Saarland. Einer von ihnen ist Ewald Roos aus Saarlouis. Auch ihn hat die Corona-Pandemie hart getroffen.

Die Veranstaltungsbranche wurde mit am härtesten von der Corona-Krise getroffen. Nicht nur Veranstaltungen in Hallen wie Konzerte oder Partys wurden abgesagt, sondern auch Volksfeste oder die besonders bei Kindern beliebte Kirmes. Während die ersten Veranstaltungen unter Auflagen wieder stattfinden dürfen, sieht es für Schausteller weiterhin schlecht aus. Ewald Roos, Schausteller in sechster Generation, ist einer von rund 350 im Saarland und hat mit uns über die Situation gesprochen.

Die erste Veranstaltung für 2020

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Schausteller in Not

Bereits seit neun Monaten fehlen Ewald Roos die Einnahmen. Mit dem Saarbrücker Oktoberfest, das am 25. September startet, wird er erstmals wieder arbeiten können. Mit Maskenpflicht und Abstandsregelungen. Für ihn der erste Spieltag in diesem Jahr. Die Bilanz bisher niederschmetternd.

Soforthilfe nur für den Betrieb

Um mit dem Familienbetrieb nicht in Existenznot zu geraten, wurde die Corona-Soforthilfe in Anspruch genommen. Diese hat auch geholfen, jedoch durfte das Geld nur dafür eingesetzt werden, um den Betrieb am Leben zu halten. Für seinen privaten Lebensunterhalt hat Roos bis jetzt von seiner Altersrücklage und einer gekündigten Lebensversicherung gelebt. Ohne neue Einnahmen ist dieses Geld aber irgendwann aufgebraucht.

Wie ganz viele in der Event-Branche fühlt sich Ewald Roos völlig alleine gelassen. Einzelne Kommunen unterstützen ihre Schausteller mit kostenlosen Stellplätzen. Einzig die Stromkosten müssten übernommen werden. Das nützt Roos jedoch auch nichts, da in seiner Heimatstadt Saarlouis eine solche Regelung nicht existiert.

Ein Hilfsschirm ist nötig

Um aus dieser Situation herauszukommen wäre eine finanzieller Hilfsschirm nötig, so der Schausteller. Sein Vorschlag wäre eine Teilrückzahlung ihrer Abgaben vom Finanzamt. Damit wäre der Branche schon viel geholfen. Wenn jetzt nämlich noch die Weihnachtsmärkte wegbrechen, würde das für viele ein Jahr fast ohne Einnahmen bedeuten.

Auch Thema auf SR 1 am 17.09.2020 in der Sendung "Hallo Saarland".

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