Saugroboter (Foto: SR)

Nur mäßige Hilfe durch Saug- und Wischroboter

  18.12.2019 | 14:23 Uhr

Die Stiftung Warentest hat verschiedene Saug- und Wischroboter untersucht, um herauszufinden, ob sie wirklich besser abschneiden als das manuelle Putzen mit dem Wischmopp. Sieben Produkte wurden getestet; keines hat besser als "befriedigend" abgeschnitten.

Funktionsweise der Roboter

Wie gut sind Saug- und Wischroboter?
Audio
Wie gut sind Saug- und Wischroboter?

Die Stiftung Warentest hat zwei reine Wischroboter getestet und fünf Kombigeräte, die auch eine Saug-Funktion besitzen. Die Saug- und Wischroboter sind so programmiert, dass sie auf dem Boden vor- und zurückfahren und erst dann mit dem eingefüllten Wasser putzen, wenn die Bahn auch wirklich frei ist. Sprich: Auf dem Boden liegende Steckerleisten oder andere gefährliche beziehungsweise empfindliche Gegenstände werden nicht nass. Die Roboter verfügen über einen Wassertank, aus dem die Flüsigkeit entweder durch eine Wasserspritze gepumpt wird oder auf Wischtücher fließt, die im Roboter integriert sind. Diese Tücher sollten nach jedem Putzvorgang gereinigt werden.

Wisch- und Saugfähigkeit schlechter als erwartet

Laut Anleitung wird geraten, ohne Seife zu wischen. Es soll nur reines Wasser in den Tank gefüllt werden. Im Test wurde die Wisch-Fähigkeit anhand von Kaffee-, Fett- und Senfflecken überprüft. Beim eingetrockneten Senf sind alle Produkte durchgefallen, Kaffee und Fett wurden weitestgehend entfernt.
Auch die Saug-Funktion der Kombigeräte konnte nicht überzeugen: Oftmals blieb Staub liegen oder wurde direkt wieder ausgepustet. Vor allem auf Teppichböden blieb viel Schmutz liegen.

Generell schnitten die Kombigeräte schlechter ab als die reinen Wisch-Roboter. Für eine intensivere Reinigung verfügen einige Roboter über eine "Spot-Funktion", die einzelne, stark verschmutzte Stellen ganz besonders gründlich säubern soll. Aber: Wer selbst zum Wischmopp greift, hat deutlich mehr Kontrolle durch vorheriges Einweichen des Fleckes oder der Anwendung verschiedener Reinigungsmittel. Je größer die zu putzende Fläche ist, desto weniger hilfreich sind die Roboter. Sie eignen sich eher für zwischendurch.

Ein wirklich herausstechendes Produkt gab es im Test nicht; die beste Wischfunktion hat zumindest der iRobot.

Abdeckung des Deebot Ozmo 930 von Ecovacs im Wischbetrieb (Foto: Stiftung Warentest)
Deebot Ozmo 930 von Ecovacs: Abdeckung im Wischbetrieb. Ergebnis: befriedigend

Bedienung teilweise unpraktisch

Die Wassertanks der kleinen Putzhelfer sind mit einem Volumen von unter einem halben Liter auffällig klein. In der Regel ist das aber ausreichend für große Flächen, da feucht gewischt wird und nicht nass. Nur der Mini-Tank des Moneual-Wischroboters ist laut Stiftung Warentest schon nach ungefähr zehn Minuten leer. Dann muss manuell nachgefüllt werden, das ist lästig.

Der Vorteil der Roboter: Sie erreichen Stellen unter besonders tiefen Möbeln, die man mit einem herkömmlichen Wischmopp mit Stiel nicht erreichen würde. Jedoch müssen Lücken zwischen den einzelnen Möbeln eine gewisse Mindest-Größe haben, damit die Geräte hindurchpassen. Ansonsten muss auch dort wieder selbst nachgeholfen werden.

Zudem ist Vorsicht beim Aufladen geboten: Zwei der getesteten Produkte - Xiaomi und iRobot - waren in Sachen Sicherheit nicht zufriedenstellend. Die Aufladestationen waren nicht ausreichend isoliert.

A9s von Zaco im reinen Saugbetrieb (Foto: Stiftung Warentest)
A9s von Zaco im reinen Saugbetrieb. Ergebnis: nur ausreichend

Bedienungstipps

> Vor dem Gebrauch saugen
Die Saug-Fähigkeit der Kombigeräte eignet sich eher für feinkörnigeren Staub. Größere Fusseln, Sand und grobkörniger Schmutz sollten vorher mit dem Staubsauger entfernt werden.

> Schmutz gleich beseitigen
Je länger ein Fleck eintrocknet, desto schwerer lässt er sich entfernen. Deshalb so früh wie möglich zum Lappen greifen, das erleichtert den Robotern das nachträgliche Wischen.

> Den Weg freiräumen
Damit die Wohnung gleichmäßig gesäubert wird, sollte man vorher aufräumen und große Gegenstände, wie Stühle beispielsweise, hochstellen oder wegräumen.

> Details lieber selbst reinigen
Enge Lücken, Ecken und Ränder sollte man von Hand putzen, wenn man ein perfektes Ergebnis haben möchte.

Quelle: Stiftung Warentest
Ausführliche Informationen im Januar-Test-Heft 1/2020


Auch Thema auf SR 1 am 18.12.2019 in der Sendung 'Dein Vormittag im Saarland'.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja