Ein Helikopter der Bundeswehr (Foto: Bundeswehr/C. Thiel)

Helikopter-Übungen der Bundeswehr in Wallerfangen

mit Informationen von Lisa Krauser   17.03.2022 | 12:00 Uhr

Letzte Woche und am Mittwoch waren im Raum Saarlouis - Wallerfangen Militärhubschrauber zu sehen und zu hören. Dort trainiert die Luftlandebrigade der Bundeswehr. Die Übungen sind bereits lange vor dem Krieg in der Ukraine geplant gewesen. Was genau da trainiert worden ist, berichtet SR1-Reporterin Lisa Krauser.

Viele Militärhubschrauber flogen in letzter Zeit über Wallerfangen. Hier trainiert die Luftlandebrigade der Bundeswehr. Die Übungseinsätze waren unabhängig vom Ukraine-Kireg vorgesehen, weitere könnten demnächst folgen. Aber wie läuft so ein Training eigentlich ab?

Schnelles Abseilen wird trainiert

Helikopter-Übungen der Bundeswehr in Wallerfangen
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Helikopter-Übungen der Bundeswehr in Wallerfangen

Durchgeführt werden sogenannte Luftransportübungen: Die Triebwerke werden gestartet. Die Soldatinnen und Soldaten stehen bereit, um in den Helikopter zu springen und sich später abzuseilen. Oberstleutnant Falko Schwarz, Chef des Stabes der Luftlandebrigade 1 in Saarlouis, erklärt die Übung: Zuerst geht es hoch, dann eine Flugrunde über den Platz und schließlich wird sich im "Fast-Roping-Verfahren", also möglichst schnell, aus dem Helikopter abgeseilt.

Doch zuvor stehen noch Übungen am Boden an. Die Handgriffe später müssen sitzen. Dabei werde beispielsweise geübt, wie das Tau angebracht, wie es richtig gegriffen und richtig runtergelassen werde, erklärt Schwarz.

Tiefflug Teil der Ausbildung

Oberstleutnant Schwarz könne verstehen, dass es manche nervös mache, "wenn so ein Hubschrauber mal ganz tief über die Häuser drüber brettert." Aber die Übungen müssten sein, denn sie seien Teil der Ausbildung.

Neuer Übungshelikopter

Ein Helikopter der Bundeswehr (Foto: Bundeswehr/M. Ludwig)

Trainiert wird aktuell auch mit dem Militärhubschrauber NH-90. Für die Soldatinnen und Soldaten ist das Abseilen aus diesem Hubschrauber eine Premiere. Bisher hatte nur das KSK, das Kommando Spezialkräfte, diesen Hubschrauber für das schnelle Abseilen genutzt.

Die 23-jährige Soldatin Hanna wirkt trotzdem entspannt. Sie sich schon öfter aus der Luft abgeseilt und kennt die Herausforderungen. "Wenn man zum Beispiel die falschen Handschuhe trägt, kann man sich verbrennen." Ebenso müsse man darauf achten, mit der Ausrüstung nicht an den Türen oder in der Maschine hängen zu bleiben.

Das Abseilen aus dem Hubschrauber ist nicht ohne Gefahr, denn die Soldatinnen und Soldaten sind dabei nicht gesichert. Ziel der Ausbildung sei es, dass sie aus 20 bis 25 Metern sicher und sauber auf dem Boden landen, sagt Oberstleutnant Falko Schwarz. Denn danach beginne im Fall der Fälle ja erst der Hauptauftrag.

Einsatzgebiete im In- und Ausland

Ein solcher Auftrag kann unterschiedlich aussehen. Dazu gehörten auch Inlandseinsätze, so Schwarz. Beispielsweise bei der Flutkatastrophe im Ahrtal. Mit dem Hubschrauber könne man so Menschen versorgen, die sich beispielsweise auf Dächer geflüchtet haben.

Die Hauptaufgabe der Luftlandebrigade 1 ist aber eine andere: internationales Krisenmanagament und Landes- und Bündnisverteidigung. Sie ist Teil der sogenannten strategischen Reserve und muss innerhalb von 72 Stunden bereit sein für Einsätze weltweit.

Im August letzten Jahres war die Luftlandebrigade 1 an der Evakuierungsaktion deutscher Staatsbürger und afghanischer Ortskräfte in Kabul beteiligt.

Weil sie die Brigade der Bundeswehr ist, die am schnellsten bereit sein muss, seien Übungen wie die in Wallerfangen wichtig und notwendig, sagt Oberstleutnant Schwarz.

Weitere Übungen geplant

In den nächsten Wochen könnten wieder Militärhubschrauber über Wallerfangen kreisen. Dann soll die Übung fortgesetzt werden. 

Hoffnung auf bessere Ausstattung

Hoffnung auf bessere Ausstattung der Saarlandbrigade
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Hoffnung auf bessere Ausstattung der Saarlandbrigade

Seit Jahren gibt es Kritik wegen mangelhafter Ausstattung der Bundeswehr. Im Zuge des Ukraine-Krieges plant die Bundesregierung nun 100 Milliarden Euro zusätzlich für die Bundeswehr ein. Inwieweit die Luftlandebrigade im Saarland davon profitieren könnte, ist noch offen.

Auch Oberstleutnant Schwarz zeigt sich noch zurückhaltend, denn die dafür notwendige Grundgesetzänderung ist noch nicht durch den Bundestag. Zudem könnte man bei der Luftlandbrigade auch nicht klagen. Man sei hier besser ausgestattet als der Rest der Bundeswehr und sei auch sehr dankbar dafür.

Dennoch gebe es auch hier Probleme, so Schwarz. Zum Beispiel, wenn Ausrüstung erst kurzfristig vor einem Einsatz da sei, und nicht schon zum Üben zur Verfügung stehe.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" vom 17.03.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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