Unwetter in Rheinland-Pfalz (Foto: SR)

Richtig absichern vor Unwetter-Schäden

Sarah Sassou   16.07.2021 | 10:14 Uhr

Kleine Flüsse, die sich in reißende Ströme verwandeln. Starkregen, vor dem die Abwassersysteme kapitulieren. Meldungen über Unwetter, die für Überschwemmungen sorgen, häufen sich und damit auch die finanziellen Schäden. Doch dafür gibt es Versicherungen.

Die Wohngebäudeversicherung

Wer ein Haus besitzt, hat meist auch eine Wohngebäudeversicherung, die zumindest Schäden durch Sturm und Hagel abgedeckt. „Damit die Versicherung auch zahlt, muss mindestens Windstärke 8 gemessen worden sein, erst dann ist es ein Sturm“, sagt Henriette Neubert, Expertin für Sachversicherungen beim Fachmagazin Finanztip.

Neubert weist aber auch darauf hin, dass in der üblichen Wohngebäudeversicherung Schäden durch Erdrutsche und Überschwemmungen nicht abgedeckt seien. „Wenn also dadurch Schäden am Haus entstehen, zahlt die Versicherung nur, wenn man einen Zusatz Elementarschäden abgeschlossen hat“, so Neubert.

Hausratversicherung für das Inventar

Außerdem sollte man bedenken: Die Wohngebäudeversicherung zahlt nur für Schäden am Gebäude, für Möbel und sonstiges Inventar braucht man eine Hausratversicherung. Und auch hier muss man Elementarschäden, also durch Hochwasser oder Erdrutsche verursachte Zerstörungen, extra absichern.

Solaranlage nicht automatisch mitversichert

Ebenfalls nicht automatisch in der Wohngebäudeversicherung drin: Die Solaranlage auf dem Dach oder am Haus. Solche Anlagen muss man extra in die Versicherung mit aufnehmen oder einen separaten Schutz für Beschädigungen durch Unwetter wählen.

Bestehende Versicherung genau prüfen

Der Teufel steckt im Detail und vor allem im Kleingedruckten. Deshalb rät Henriette Neubert dazu, genau nachzulesen, was in der bestehenden Versicherung alles drin ist und zu überlegen, ob der Schutz ausreicht. „Versicherungen ändern ihre Leistungen, sie können schlechter werden, aber auch besser.“

Um besser einschätzen zu können, wie gut oder wie schlecht der Versicherungsschutz ist, könne man sich auch auf Vergleichsportalen umsehen. Außerdem gibt es beim Gesamtverband der Deutschen Versicherer GDV eine Auflistung, welche Unternehmen die entsprechende Versicherung, die man möchte, anbietet.

Besonders gefährdete Gebiete

Immer wieder kursiert das Gerücht, dass Versicherungen bestimmte Gegenden oder Wohnlagen nicht versichern. Versicherungsexpertin Henriette Neubert kann das nicht bestätigen. Bei ihren Recherchen hat sie keinen Anhaltspunkt dafür gefunden, dass Versicherungen bestimmte Adressen nicht versichern. „Für besonders gefährdete Gebieten kann man möglicherweise nicht über die Vergleichsportale gehen, sondern muss direkt bei den Versicherungen fragen. Und die Auswahl der Angebote ist kleiner.“

Außerdem könnten solche Versicherungen teuer sein. Deshalb sollte man sich am besten Gedanken über eine zusätzliche Elementarschädenversicherung machen, wenn noch nichts dergleichen passiert ist, rät Neubert. Dann ist die Prämie günstiger.

Weitere Infos: www.gdv.de

Unwetter
Saarländer unterstützen bei Unwettereinsatz in Rheinland-Pfalz
Das Saarland ist bei den Unwettern der vergangenen Nacht erneut glimpflich davongekommen. Rheinland-Pfalz hingegen war stark betroffen: Im Landkreis Trier-Saarburg waren in der Nacht mehr als 1000 Hilfskräfte im Einsatz. Auch das saarländische THW und die Feuerwehr leisteten Hilfe.

Thema in der Sendung SR 1 'Dein Vormittag im Saarland' am 16.07.2021.

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