Reifenwechsel (Foto: Pixabay/HutchRock)

Richtig Reifen wechseln

afp   28.03.2019 | 20:39 Uhr

Von Oktober bis Ostern - so lautet die Faustregel beim Reifenwechsel. Doch ist die Regel noch zeitgemäß? Erst, wenn es länger mild ist, können die Sommerreifen aufgezogen werden. Und worauf sollte man beim Reifenwechsel sonst noch achten? Hier ein paar Tipps.

WANN SOMMERREIFEN AUFZIEHEN?

Einen allgemein vorgeschriebenen Zeitpunkt für den Reifenwechsel gibt es in Deutschland nicht. Der Gesetzgeber schreibt lediglich vor, dass die Ausrüstung "an die Wetterverhältnisse anzupassen" ist. Die verbreitete Faustregel, wonach Sommerreifen "von Ostern bis Oktober" ans Auto gehören, ist daher mit Vorsicht zu genießen. Sommerreifen können dem Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk (BRV) zufolge aufgezogen werden, wenn die Temperaturen morgens verlässlich über sieben Grad Celsius liegen. Und diese niedrigen Werte werden oft erst Mitte April wieder überschritten. Bei sehr niedrigen Plusgraden verhärtet die Gummimischung von Sommerreifen schneller, wodurch sich die Haftung auf der Straße spürbar reduzieren kann. Es gibt aber auch Sommerreifen, die unter sieben Grad auf trockener Straße noch genügend Grip bieten.

Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen?

Die Fahreigenschaften von Winter- wie Sommerreifen sind an unterschiedliche Jahreszeiten und Witterungsbedingungen angepasst. Winterreifen etwa bieten unter anderem bei Schnee besseren Griff. Sommerreifen hingegen punkten bei warmen Temperaturen mit einer Reihe von Vorteilen: Der Spritverbrauch ist niedriger, die Bremswege sind kürzer und die Fahrstabilität höher.

Ganzjahresreifen sind von ihren Eigenschaften her Winterreifen sehr ähnlich, im Sommer ist damit der Spritverbrauch höher. Sie sind mit dem Matsch- und Schneesymbol (M+S) versehen.

NEUE REIFEN

Für Reifen gilt eine gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern. Die Haftung kann laut ADAC - etwa bei Nässe - aber schon bei vier Millimetern deutlich abnehmen. Der Automobilclub und die Deutsche Verkehrswacht empfehlen deshalb, Sommerreifen ab spätestens drei Millimetern zu erneuern, Winterreifen bei vier Millimetern Restprofiltiefe.

Spätestens nach zehn Jahren hat dem BRV zufolge ein Reifen ausgedient. Aber auch sechs Jahre alte Reifen können bei nicht fachgerechter Behandlung bereits ein Risiko darstellen. Abzulesen ist das Herstellungsdatum in einem Oval an der Reifenseitenwand mit einer Angabe von Monat und Jahr.

Für Vielfahrer rechnet sich ein etwas höherer Anschaffungspreis durch niedrige Verschleißkosten. Ein guter Reifen kann durchaus gut 25.000 Kilometer länger fahren.

DAS REIFENLABEL

An der Kennzeichnung sind laut ADAC die Kraftstoffeffizienz, die Reifenhaftung bei Nässe und das Rollgeräusch abzulesen. Die Bewertung der Eigenschaften erfolgt beim für den Spritverbrauch bedeutenden Rollwiderstand und der Nasshaftung in den Klassen A bis G beziehungsweise in den Ampelfarben von Grün über Gelb bis Rot. Das Rollgeräusch wird in Dezibel angegeben und grafisch stilisiert in Form von Schallwellen - je weniger schwarze Wellen, desto geräuschärmer der Reifen.

MONTAGE UND LAGERUNG

Auf die Reifen sollte vor der Lagerung mit Kreide gekennzeichnet werden, an welcher Position am Auto sie montiert waren. Beispiel: "HL" für "hinten links". Dies erleichtert die Montage beim Wechsel. Bei der Lagerung von Reifen auf Felgen spielt es keine Rolle, ob sie liegend oder hängend aufbewahrt werden. Sie sollten an einem kühlen, trockenen und dunklen Platz gelagert werden.


Auch Thema auf SR 1 am 27.03.1019 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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