Kind nimmt Medikament ein (Foto: dpa)

Was tun, wenn mein Kind krank ist?

  07.02.2019 | 00:00 Uhr

Grippezeit ist Krankenscheinzeit. Doch nicht nur Erwachsene werden krank, sondern auch den Nachwuchs erwischt es mal. Viele Eltern stehen dann vor der Frage, wie das kranke Kind betreut werden kann. Dafür gibt es den umgangssprachlichen Kinderkrankenschein.

Wenn das Kind krank ist und sich ansonsten niemand kümmern kann, gilt zunächst: den Chef informieren. Am besten ruft man vor Arbeitsbeginn an und gibt Bescheid. Jeder gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer hat Anspruch auf unbezahlte Freistellung. Das heißt, wenn man die Krankheit des Kindes mit einem ärztlichen Attest nachweisen kann, muss man vom Chef freigestellt werden. Da es sich um eine Krankschreibung handelt, gilt auch hier Kündigungsschutz. Wichtig ist: Kinder benötigen bereits am ersten Tag einen Krankenschein, damit sie von einem Elternteil zuhause gepflegt werden können.

Welche Ansprüche habe ich?

Laut Sozialgesetzbuch §45 hat jedes Elternteil den Anspruch auf zehn Tage Freistellung mit ärztlicher Bestätigung, wenn niemand anderes sich um das Kind kümmern kann und das Kind noch keine 12 Jahre alt ist. Alleinerziehenden stehen 20 Tage zur Verfügung. Insgesamt sind die Krankentage bei mehr als einem Kind auf maximal 25 Tage pro Jahr beschränkt. Bei Alleinerziehenden sind es 50 Tage. In Ausnahmefällen kann ein Elternteil dem anderen die Freistellung übertragen.

Kind krank: was muss euer Chef aushalten?
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Wenn man beim Chef einen Kinderkrankenschein eingereicht hat, ist die Krankenkasse zuständig für die Zahlung des Krankengeldes. Dem Arbeitnehmer werden dann 90 Prozent des ausgefallenen Nettogehalts beziehungsweise 70 Prozent des Bruttogehalts gezahlt.

Unterschiede privat versichert und gesetzlich versichert?

Privatversicherte haben in der Regel keinen Anspruch auf Krankengeld und damit auch nicht auf das Kinderkrankengeld. Der Anspruch auf zehn Tage unbezahlte Freistellung bleibt aber weiterhin bestehen. Gesetzlich Versicherte bekommen zu den Krankentagen auch das Krankengeld.

Für Arbeitnehmer gibt es außerdem im Bürgerlichen Gesetzbuch §616, der besagt, dass dem Arbeitnehmer fünf Tage bezahlte Freistellung zustehen. Der Arbeitgeber wäre dabei verpflichtet, den Arbeitnehmer mit Lohnfortzahlung freizustellen. In vielen Arbeitsverträgen oder Tarifverträgen wird dieser Paragraph jedoch ausgeschlossen. Das können Arbeitnehmer bei Bedarf nachlesen.

Auch Thema in der SR 1 Sendung "Balser und Mark. Dein Morgen" vom 07.02.2019.

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