Kinder schauen sich etwas in einem Smartphone an (Foto: Pixabay / 3dman_eu)

Handynutzung in Familien

  14.01.2019 | 00:00 Uhr

Smartphones sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch was passiert, wenn sich Eltern den ganzen Tag nur noch dem kleinen Bildschirm widmen statt nach den Kindern zu schauen? "Exklusive Familienzeit geht verloren", sagt Medienpädagogin Iren Schulz. Doch Familien stehen nicht nur vor diesem Problem.

Viele Eltern können sich nicht von ihrem Smartphone trennen. Der Blick auf das Gerät geht schnell und schon ist man wieder in der kleinen virtuellen Welt verloren. Doch dabei werden die Eltern nicht nur zu schlechten Vorbildern für den Nachwuchs. Sie sind auch gestresst und genervt, weil viele dabei Berufliches und Privates vermischen durch die ständige Erreichbarkeit.

Handyfrei für die Familie
Audio [SR 1, (c) SR, 14.01.2019, Länge: 06:17 Min.]
Handyfrei für die Familie

Die dauerhafte Nutzung des Smartphones hat nicht nur Auswirkungen auf die Eltern, sondern auch auf die Kinder, denn bereits bei Säuglingen zeigt sich eine veränderte Verbindung, wie Medienpädagogin Iren Schulz erklärt. "Bei Säuglingen und bei Kleinkindern, die ihre Eltern immer nur hinter einem Display sehen, verändern sich die Bindungen. Die Kinder erleben das digitale Ding als eine Konkurrenz und ziehen das ganze Verhaltensspektrum durch von Schreien über Faxen machen, um Aufmerksamkeit zu erzielen."

Wie kann man die Nutzung einschränken?

Wie reduziert Ihr Eure Handynutzung mit Kind?
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Wie reduziert Ihr Eure Handynutzung mit Kind?
SR Reporter Carl Rolshoven wollte es genau wissen, erwischt Ihr euch auch mal dabei? Wie vermeidet ihr die ständige Handynutzung in Anwesenheit Eurer Kinder?

Allen voran empfiehlt die Medienpädagogin Auszeiten zu definieren, und zwar nicht nur für die Kinder! Auch Eltern sollten zu gewissen Zeiten das Smartphone liegen lassen oder ausschalten. So können Familien beispielsweise das Abendessen als handyfreie Zeit einführen oder einen Nachmittag am Wochenende. Zu Beginn sollte man mit kleinen Auszeiten anfangen. Außerdem ist es möglich einen Mediennutzungsvertrag mit allen Familienmitgliedern zu vereinbaren.

Generell wird empfohlen, dass Kinder bis fünf Jahre maximal 30 Minuten am Tag Medien konsumieren sollten und Kinder zwischen fünf und neun Jahren maximal eine Stunde. Schon damit lässt sich der Mediennutzung des Nachwuchses Grenzen setzen.


Auch Thema auf SR 1 am 14.01.2019 in der Sendung "Balser & Mark. Dein Morgen".

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