Smartphone (Foto: pixabay/terimakasih0)

Polizei warnt weiterhin vor betrügerischer SMS

  15.04.2021 | 18:07 Uhr

Die Polizei warnt vor einer neuen Betrugsmasche. Dabei bekommen Betroffene falsche Versandbenachrichtigungen per SMS aufs Handy.  Über den Link darin installiert sich eine Schadsoftware, die sich wie ein Schneeballsystem verbreitet. Derzeit tauchen solche SMS wieder vermehrt auf.

Betrüger nutzen den gestiegenen Online-Handel aus

Im Corona-Lockdown sind die meisten Geschäfte geschlossen. Deshalb bestellen viele im Internet, was sie brauchen. Und schauen per Paketverfolgung nach, wann ihr Päckchen voraussichtlich ankommt. Das machen sich derzeit Betrüger zunutze: Von einer 0174- oder 0160-Nummer aus verschicken sie eine SMS aufs Smartphone mit dem Text "Ihr Paket wurde verschickt. Bitte überprüfen und akzeptieren Sie es.“ oder ähnlichen Mitteilungen. Danach folgt ein Link wie http://....duckdns.org, den man anklicken soll.

Audio [08.04.2021]
Die Polizei warnt vor Fake-SMS von vermeintlichen Paket-Diensten
Marc-Oliver Schmidt von der Cybercrime-Dienststelle der Saar-Polizei erklärt, woran man die falsche SMS erkennt und wie man sich dann am besten verhalten soll

Durch den Online-Boom ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Empfänger tatsächlich ein Paket erwartet und daher ganz unbedarft den Link in der SMS öffnet. Dadurch installiert sich dann auf dem Smartphone eine Schadsoftware, die möglicherweise sensible Daten auf dem Handy ausspäht und danach von diesem Gerät aus weitere kostenpflichtige SMS und MMS verschickt. Diese Vorgehensweise nennt man „Smishing“ - eine Kombination aus „SMS“ und „Fishing“.

So kommen die Betrüger an Geld, erklärt Urs Mansmann vom Computermagazin c‘t: „Diese Rufnummer wird ja von jemandem betrieben, der das Geld kassiert. Daher darf man davon ausgehen, dass diejenigen, die mir diese Software aufs Handy praktiziert haben, die das macht, im Endeffekt wieder auch davon profitieren, dass dort die Kasse klingelt.“

Polizei warnt vor betrügerischer SMS
Audio [ 10.02.2021]
Polizei warnt vor betrügerischer SMS
SR 1-Reporterin Julia Lehmann erklärt, was die Schadsoftware anrichten kann und was man dagegen tun kann.

Link nicht anklicken, Flugmodus einrichten

Stephan Laßotta von der saarländischen Polizei rät, eine solche SMS in jedem Fall erst zu prüfen, sofern man überhaupt ein Paket erwartet: „Wer ist denn der Absender. Ist das eine Adresse, die mir bekannt ist?“ Und „im Zweifelsfall lieber die SMS löschen statt sie zu öffnen.“

Die gesendeten und erhaltenen SMS können den Betroffenen zusätzliche Kosten verursachen, so die Polizei. Sie rät daher allen, die eine solche SMS erhalten haben, eine Drittanbietersperre einzurichten und das Smartphone in den Flugmodus zu schalten, damit keine kostenpflichtigen SMS mehr von diesem Handy verschickt werden können. Außerdem sollte der Mobilfunkanbieter informiert und Anzeige erstattet werden. Mögliche verursachte Kosten und Screenshots von den Nachrichten sind der Poliezi dabei eine Hilfe.

Auf keinen Fall sollte man den Link anklicken, damit sich die Schadsoftware nicht auf dem Telefon installieren kann. Wenn es doch passiert ist, sollte man, um sie wieder loszuwerden, das Smartphone im abgesicherten Modus neu starten und die App entfernen, so der Rat der Polizei. Bei Android-Geräten sollten die Nutzer keine Installation von fremden Apps auf dem Smartphone bestätigen und die Option deaktivieren, unbekannte Apps installieren zu können.

Im schlimmsten Fall muss man das Handy auf Werkseinstellung zurücksetzen: „Dann werden alle Apps, alles, was drauf ist, gelöscht“, erklärt Mansmann. Dann sind allerdings auch alle Daten weg, alle Fotos u.s.w., aber „das ist die sichere Variante“, so Mansmann.

Betrug mit Smishing
Polizei warnt vor falschen Paket-SMS
Handybesitzer im Saarland erhalten derzeit verstärkt SMS-Nachrichten, in denen die Zustellung eines Pakets angekündigt wird, das sie nicht bestellt haben. Das Dezernat für Cyberkriminalität der saarländischen Polizei warnt davor, auf den Link in der Nachricht zu klicken.


Auch Thema auf SR 1 am 10.02.2021 in der Sendung 'Hallo Saarland'.

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