Weggeworfene Plastiktüten auf einer Wiese (Foto: dpa/Patrick Pleul)

Papier-Einwegtüten haben schlechte Ökobilanz

  11.01.2022 | 16:19 Uhr

In Deutschland werden immer weniger Plastiktüten verbraucht. Seit Januar 2022 sind die meisten auch gesetzlich verboten. Doch Papiertüten, die überall angeboten werden, sind auch keine ökologische Alternative.

Die Bundesregierung hat beschlossen, dass ab Januar 2022 bestimmte Einwegtragetaschen aus Kunststoff nicht mehr in den Verkehr gebracht werden dürfen. Für das Verbot wurde das Verpackungsgesetz geändert.

Ausgenommen von diesem Verbot sind aber Hygienebeutel bspw. für Obst und Gemüse. Das Verbot von Kunststoff-Einwegtragetaschen führt aber zur ungewollten Verlagerungen auf Einweg-Papiertüten.

Papier- statt Plastiktüten?
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Papier- statt Plastiktüten?
Papiertüten sind nicht unbedingt die bessere Wahl. SR1-Redakteurin Birgit Brenner hat sich kundig gemacht und weitere Alternativen gefunden.

Papiertüten sind nicht unbedingt besser

Doch gesamtökologisch betrachtet ist die Papiertüte keine bessere Alternative zur Plastiktüte, auch wenn Papiertüten ein 'Öko-Image' haben. Denn die braunen Papiertüten sind nur selten aus Altpapier. In der Produktion werden sehr viel Holz, extreme Mengen an Energie und Wasser sowie auch Chemikalien für Klebematerial und Druckfarben benötigt. Es gibt verschiedene Ökobilanzen zu Tragetaschen, die schwer zu vergleichen sind, aber alle zum gleichen Ergebnis kommen: Die Papiertüte hat eine schlechtere Umweltbilanz als eine Kunststofftüte.

Es kommt allerdings darauf an, wie oft man sie benutzt, sagt Katharina Istel, die sich beim NABU um die Ressourcenpolitik kümmert. Wenn man die Papiertüte dreimal so oft verwendet wie eine dünne Plastiktüte, dann gleicht sich die Klimabilanz wieder aus. Aber Hand aufs Herz: Wer denkt schon beim nächsten Einkauf an die gebrauchte Papiertüte?

Wie bekomme ich den Einkauf umweltfreundlich nach Hause?

  • Der NABU hat ein Verpackungsranking gemacht, dort stehen Gemüsenetze aus Mehrweg-Polyester ganz oben, wenn wir sie mindestens 50 Mal nutzen.

  • Gefolgt von Baumwoll-Netzen, vorausgesetzt sie kommen mindestens 100 Mal zum Einsatz. Und sie müssen Bio sein, sonst geht bei der Produktion zu viel Wasser drauf.

  • Die dünnen Tütchen landen im Vergleich auf Platz drei und die Papiertüten auf Platz vier. Obwohl die meisten Plastiktüten ab diesem Jahr verboten sind, dürfen Supermärkte die dünnen Obsttütchen weiter anbieten. Aber ein Papierbeutel ist nicht immer die bessere Alternative.

  • Ansonsten eignen sich natürlich auch Körbe, Taschen und Rucksäcke, um den Einkauf nach Hause zu transportieren. Alles was nicht neu angeschafft werden muss, hat in jedem Fall eine gute Ökobilanz.


Thema am 10.01.2022 in der Sendung "SR 1 - Deine Eins!"

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