Eifelturm in Paris (Foto: pixabay/3dman_eu)

Panoramafreiheit: Was ist rechtlich zu beachten?

  17.06.2019 | 00:00 Uhr

Sommerzeit ist Reisezeit. Und auf vielen Fotos halten wir unsere Erinnerungen fest. Problematisch wird es, wenn wir diese Bilder im Netz zeigen wollen. Was darf man in verschiedenen Ländern fotografieren und auf Social Media veröffentlichen und was nicht? Wie sieht es in Frankreich mit dem beliebten Eiffelturm-Motiv aus?

Die Panoramafreiheit erlaubt, urheberrechtlich geschützte Werke, zum Beispiel Gebäude, Sehenswürdigkeiten oder Kunstwerke, im öffentlichen Raum zu fotografieren und diese Fotos zu veröffentlichen, ohne den Urheber des Werkes, den Architekten, den Künstler, um seine Erlaubnis fragen zu müssen - sofern von öffentlichen Wegen aus ohne irgendwelche Hilfsmittel fotografiert wurde und sich das Kunstwerk ständig an diesem Ort befindet, also nicht nur vorübergehend dort zu sehen ist.

Panoramafreiheit in Deutschland

In Deutschland ist es unproblematisch, Bilder, die man von einem normal zugänglichen und öffentlichen Bereich aus macht, auch zu veröffentlichen. Allerdings gilt in Innenräumen in Deutschland keine Panoramafreiheit, sondern das Hausrecht des Eigentümers.

Persönlichkeitsrechte beachten

In Italien wird die Panoramafreiheit strenger ausgelegt als in Deutschland.
Audio
In Italien wird die Panoramafreiheit strenger ausgelegt als in Deutschland.

Neben dem Urheberrecht sind auch die Persönlichkeitsrechte und das Recht am eigenen Bild zu beachten. Das heißt, jeder Einzelne kann entscheiden, was mit Fotos oder anderen Formen von Abbildungen der eigenen Person in der Öffentlichkeit geschieht. In der Praxis bedeutet das: Sind Menschen auf dem Bild deutlich zu erkennen, muss man die Personen fragen, ob sie mit der Veröffentlichung des Bildes einverstanden sind. André Wolf von mimikama, einem Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch, empfiehlt, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden, sicherheitshalber die Personen lieber unkenntlich zu machen, auch wenn sie 'nur' Beiwerk auf dem Bild sind.

Wie sieht das in anderen Ländern aus?

Europäisch ist die Sache nicht einheitlich geregelt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Panoramafreiheit tatsächlich eine Freiheit: Wer von einem normal zugänglichen, öffentlichen Bereich ein Foto seiner Umwelt macht, kann dieses frei verwenden. Problemfälle sind zum Beispiel Italien und Griechenland. Hier gelten strengere Regeln.

In Frankreich zum Beispiel gibt es keine Panoramafreiheit bei kommerzieller Nutzung. Eine Besonderheit in Frankreich ist auch der Eiffelturm. Dabei wird zwischen Tag- und Nachtaufnahmen unterschieden. Fotos vom Eiffelturm, die tagsüber gemacht werden, sind urheberrechtsfrei. Bei Nachtaufnahmen dagegen ist die Beleuchtung des Eiffelturms urheberrechtlich geschützt. Die Nutzung von Nachtaufnahmen des Eiffelturms unterliegt daher bestimmten Rechten.

Was droht mir, wenn ich Bilder ohne Panoramafreiheit veröffentliche?

Eine Veröffentlichung auf Facebook ist quasi schon eine kommerzielle Nutzung, die zum Beispiel abgemahnt werden könnte. Dann kann es durchaus sehr teuer werden. In der Praxis könnte der Urheber seine Bilder durch die Bildersuche ausfindig machen und klagen. Es kommt dann allerdings immer auf die Berühmtheit an, sagt André Wolf. Ein Freifahrtsschein für eine Veröffentlichung bei Facebook & Co ist das allerdings nicht.

Weitere Informationen

Auf mimikama.at kann man sich eine Ampelkarte zur Panoramafreiheit in Europa anschauen. Die Karte zeigt, wie unterschiedlich in Europa die Freiheit gewährt wird. Daher sollte man sich vor dem Urlaub unbedingt darüber informieren, welche Regelungen diesbezüglich im Urlaubsland gelten und was man dementsprechend beachten sollte.


Auch Thema auf SR 1 am 17.06.2019 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

Artikel mit anderen teilen