Partner im Bett (Foto: pixabay / sasint)

Partner schlafen gemeinsam besser

  02.07.2020 | 08:17 Uhr

Eine Studie im Universitätsklinikum Kiel hat jetzt gezeigt: Gemeinsamer Schlaf ist für Partner erholsamer. Die geistige Gesundheit, emotionale Stabilität und auch die kreativen Fähigkeiten werden dadurch gefördert, auch wenn das subjektiv oft anders wahrgenommen wird.

Erholsame Traumphasen

Schlaf von Paaren: Zusammen oder getrennt?
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Schlaf von Paaren: Zusammen oder getrennt?

Subjektiv wurde von den Probanden kein Unterschied zwischen dem getrennten und gemeinsamen Schlaf festgestellt. Unterbewusst passiert aber durchaus viel mit uns, wenn wir das Bett mit unserem Partner teilen, erklärt der Leiter der Schlafstudie Henning Johannes Drews. Der Unterschied liegt vor allem im REM-Schlaf. In dieser Schlafphase finden sehr viele Sachen im Gehirn statt: Sie ist wichtig für die Gedächtnisbildung, sorgt dafür, dass man emotional ausgeglichener wird, und stärkt auch die kreativen Fähigkeiten. Dieser Schlaf war bei den gemeinsam schlafenden Partnern tiefer.

Sicherheitsgefühl

Eine Begründung dafür liegt in einem unterbewussten Sicherheitsgefühl. Stress, Unsicherheiten und Bedrohungsgefühle wirken sich negativ auf den Traumschlaf auf, da dieser sehr sensibel ist für störende Einflüsse. Durch den Schlaf mit dem Partner fühlt man sich geschützt.

Die meisten Deutschen kuscheln gerne (Foto: Pixabay/niekverlaan)

Auch die Umgebungstemperatur ist eine wichtige Voraussetzung für den Traumschlaf, so Drews. Der Körper hat nur eine eingeschränkte Fähigkeit, seine Temperatur zu regulieren. Der Partner sorgt dafür, dass die Umgebungstemperatur konstant gehalten wird, was den Schlaf fördert - auch wenn es manchmal als störend empfunden wird, wenn man nachts zu eng an einander gekuschelt ist.

Beziehungssache

Allerdings wurde in der Studie eine sehr homogene Gruppe getestet: Die Paare waren jung, gesund und hatten eine sehr gute Beziehungsqualität. Der Schlafforscher betont: Andere Studien zeigen, dass zusammen schlafen als störender empfunden wird, wenn die Beziehungsqualität schlechter ist. Dagegen neigen Partnerschaften, die ihrer Beziehung eine tiefe Bedeutung beimessen dazu, ihren Schlaf zu synchronisieren. Man passt sich also dem Schlaf seines Partners an und entwickelt eine Routine.

Eine Ausnahme gilt allerdings für Menschen mit Schlafstörungen: Diese empfinden es eher störend, wenn sie nachts nicht alleine sind und ihre Ruhe finden. Laut Drews ist das Abhängigkeitsverhältnis beziehungsweise die Abfolge von Schlaf- und Beziehungsqualität noch nicht erforscht: Es sei unklar, ob ein synchroner Schlaf zu einer guten Beziehung führt oder ob umgekehrt der Schlaf deshalb so gut harmoniert, weil die Partner ähnlich gestrickt sind.


Auch Thema auf SR 1 am 29.06.2020 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'

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