Logo: Notinsel - Wo wir sind, bist du sicher (Foto: SR 1 / Marie Kribelbauer)

Notinseln - Zufluchtsorte für Kinder

  10.09.2020 | 19:39 Uhr

Ob auf dem Spiel- oder Sportplatz, in der Schule oder auf dem Weg nach Hause - wenn Kinder Probleme haben oder in Gefahr sind, brauchen sie Unterstützung und einen Zufluchtsort. Alle Geschäfte mit dem Notinsel-Zeichen an der Tür bieten Kindern Schutz und Hilfe. Auch im Saarland.

Anlaufstellen im Falle des Falles

Jeder Schultag ist ein Abenteuer für sich. Doch auch auf dem Hin- und Heimweg können Kinder Probleme haben. Oder beim Sport. Oder beim Spielen. Eigentlich jederzeit kann etwas passieren, was Kinder in Bedrängnis bringt: Sie haben den Bus verpasst, der Handy-Akku ist leer, ein Kind ist hingefallen und hat das Knie aufgeschrammt und und und ...

Dann ist es gut, wenn es eine Anlaufstelle in der Nähe gibt, die dem Kind helfen kann und wo es sicher ist. Aus diesem Grund wurden „Notinseln“ geschaffen. Dieses Projekt hat die Stiftung Hänsel und Gretel 2002 ins Leben gerufen und bundesweit etabliert. In solchen ‚Notinseln‘ sollen Kinder einfach und schnell Ansprechpartner finden, die ihnen weiterhelfen können. Zum Beispiel mit einem Pflaster oder auch mit einem Anruf bei den Eltern. Aber auch bei Gewalt oder Übergriffen können sich die Kinder dorthin flüchten.

Gut sichtbares Logo

Notinseln erkennt man an ihrem Logo an der Eingangstür: „Notinsel – Wo wir sind, bist du sicher“. Das können Einrichtungen oder Geschäfte sein, Friseure, Apotheken, Banken u. ä. Wichtig ist, dass die Kinder sie schnell und unkompliziert finden können. Deshalb müssen sie im Erdgeschoss liegen, von der Straße aus gut erreichbar und einsehbar sein, die Tür muss offen sein und das zu festen Öffnungszeiten, dabei soll der Ansprechpartner direkt im Geschäft oder in der Einrichtung sein, damit das Kind nicht lange suchen muss und er auch sofort helfen kann.

Notinseln - Zufluchtsorte für Kinder
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Notinseln - Zufluchtsorte für Kinder

Auch im Saarland

Bundesweit gibt es bereits 230 Standorte mit rund 17.000 solcher Anlaufstellen. In Blieskastel  wurden die ersten Notinseln im Saarland eingerichtet. 2009 kam Riegelsberg dazu. In Schiffweiler haben jetzt zum Schulanfang 2020 die ersten Notinseln geöffnet. Acht Einrichtungen machen dort derzeit mit - vom Tabak- und Schreibwarenladen über einen Fensterbauer bis hin zum Reifenhändler und dem Tennisheim. Auch die Ratsschenke in Heiligenwald ist dabei. „Wir sind gerne dafür da,“ sagt Wirtin Claudia Schütz, denn so eine Anlaufstelle hätte sie früher gerne auch für ihre Kinder gehabt.

Voraussetzung für die Einrichtung von Notinseln ist, dass es im Ort oder in der Gemeinde eine städtische oder gemeinnützige Organisation als Standort-Partner gibt; das kann die Stadtverwaltung sein, das Jugendamt oder auch ein gemeinnütziger Verein. Dieser Partner kümmert sich um die Umsetzung vor Ort. In Schiffweiler managt Christian Peitz das Projekt.: „Das ist eine Geschichte, die die subjektive Sicherheit unterstützt,“ sagt er. Die Eltern können beruhigt sein, weil sie selbst die Anlaufstellen kennen und wissen, dass ihre Kinder dort sicher sind und tatkräftige Unterstützung bekommen. Deshalb kommt das Projekt bei den Eltern dort auch gut an.

Weitere Informationen


Auch Thema auf SR 1 am 10.09.2020 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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