"Urban Loop"-Projekt in Nancy (Foto: SR/Mark-André Kruppa)

Städtische Mobilität der anderen Art

  29.09.2020 | 12:50 Uhr

Unsere Mobilität - das ist eines der großen Themen unserer Zeit. In Nancy gibt es ein Projekt, das abseits von Bus, Bahn und Individualverkehr mit Auto oder Fahrrad eine Beförderungsmethode entwickelt, die man so vielleicht allemal in einem Sience Fiction gesehen hat: "Urban Loop" nennt sich das Ganze. Die Idee: Kleine Wagen mit zwei Sitzplätzen, die auf Schienen durch Rören düsen. "Individualverkehr" der anderen Art.

"Urban Loop" - ein K.I. gesteuertes Röhrentaxi
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"Urban Loop" - ein K.I. gesteuertes Röhrentaxi

Vielen Menschen einen fahrbaren Untersatz anbieten und dabei zugleich die Größe der Beförderungsmittel auf ein Minimum reduzieren - das ist die Grundidee von "Urban Loop". Ein Zug beispielsweise müsse bis zu 200 Personen gleichzeitig transportieren können, weshalb er groß und schwer sei, "aber wenn wir die Leute einzeln in kleineren Vehikeln transportieren, wird’s günstiger", sagt Jean-Philippe Mangeot, Ingenieur und Erfinder des "Urban Loop"-Systems. Und er nennt seine kleinen Vehikel "Kapseln".

Im Minutentakt sollen die Kapseln durch transparente Plexiglas-Röhren rasen - über- und unterirdisch. Die Strecke führt über Schienen, der Antrieb ist elektrisch. Die Taktung soll über Künstliche Intelligenz gesteuert werden.

Relativ kostengünstig und flott im Vergleich

"Urban Loop"-Projekt in Nancy (Foto: SR/Mark-André Kruppa)

Jean-Philippe und seine Mit-Tüftler glauben daran, dass Urban Loop schon in einem Jahr voll funktionstüchtig sein könnte. 500.000 bis 4 Millionen Euro pro Kilometer würde es kosten, "Urban Loop" in einer Stadt oder Gemeinde zum implementieren. Die vollelektrischen Röhren-Taxis wären damit relativ kostengünstig und zudem eine schnelle Individualverbindung von A nach B.

"Urban Loop"-Projekt in Nancy (Foto: SR/Mark-André Kruppa)

Das Team muss jetzt noch all diejenigen überzeugen, die der selbstfahrenden Künstliche Intelligenz nicht trauen und allen, die Platzangst haben.


Auch Thema auf SR 1 am 29.09.2020 in der Sendung "Hallo Saarland"

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