Autobahn (Foto: SR)

Was bedeutet die Einstufung als Virusvariantengebiet für Grenzgänger?

  01.03.2021 | 13:43 Uhr
Département Moselle ist Virusvariantengebiet
Audio
Département Moselle ist Virusvariantengebiet
Carolin Dylla aus der SR-Landespolitik mit Infos.

Das französische Département Moselle gilt seit Sonntag als "Virusvariantengebiet". In dem an das Saarland und Rheinland-Pfalz  angrenzende Département hat sich die Südafrika-Variante des Coronavirus verstärkt ausgebreitet. Jetzt stellen sich natürlich für alle Grenzgänger einige Fragen. Caro Dylla aus der SR-Landespolitik-Redaktion mit Informationen zur Lage.


Was bedeutet die Erklärung zum Virusvariantengebiet  für den "kleinen Grenzverkehr" und die Berufspendler?

Es gibt einen entscheidenden Unterschied zur Situation im letzten Frühjahr: Grundsätzlich sind alle Grenzübergänge weiter offen - und es soll außerdem keine Kontrollen geben wie im Moment an den Grenzen zu Tschechien und Tirol.
Aber: Alle, die nach Deutschland einreisen, müssen einen negativen Corona-Test nachweisen, der nicht älter ist als 48 Stunden Und alle bedeutet: auch Berufspendlerinnen und –pendler.
Was auch zu beachten ist: Der ÖPNV geht nicht mehr über die Grenze. Das heißt, die Saarbahn zum Beispiel endet in Hanweiler.


Muss ich jetzt alle zwei Tage einen PCR-Test machen oder reicht auch ein Schnelltest?

Beides ist möglich. So steht es in der Einreiseverordnung des Bundes.


Dies gilt für die Einreise aus Frankreich nach Deutschland - und greift ab Dienstag (2. März 2021). Doch schon am Montag (1. März 2021) soll eine Testpflicht für Einreisende aus Deutschland nach Frankreich gelten. Wie sind da die Regeln?

Hier gibt es noch etwas Verwirrung: Frankreich hatte ja schon letzten Donnerstag strengere Einreisebestimmungen vorgestellt. Da hieß es: ein PCR-Test, der nicht älter ist als 72 Stunden für alle, die aus nicht-beruflichen Gründen nach Frankreich einreisen. Ausnahmen gelten für Pendler: Sie brauchen die Tests nur einmal die Woche.

Das Ganze sollte ab 1. März 2021 gelten. Aber das entsprechende Dekret der französischen Regierung ist bisher nicht veröffentlicht. Unter anderem, weil noch in der Klärung ist, ob es wirklich PCR-Tests sein müssen oder auch Schnelltests akzeptiert werden. Nach SR-Informationen soll das Dekret am Dienstag veröffentlicht werden und ab dann gelten. Wie genau es aussieht, ist dann erst zu sehen. Laut der Präfektur in Metz gelten bis dahin die aktuellen Regeln.


Die saarländische Landesregierung hat ja die ganze Zeit gesagt: Grenzkontrollen wie vor einem Jahr - das wollen wir nicht mehr. Aber wie soll denn diese Testpflicht ab morgen kontrolliert werden?

Es soll Kontrollen im Hinterland geben. Das heißt: Die Polizei und auch gemeinsame deutsch-französische Patrouillen fahren Streife und kontrollieren stichpunktartig, ob die Menschen den Test dabei haben. Das ist an sich keine ganz neue Regelung; denn im Rahmen der so genannten “Schleierfahndung” sind solche Stichpunkt-Kontrollen generell möglich. 


In Alt-Saarbrücken soll ja in der Nähe der Grenze ein deutsch-französisches Testzentrum aufgebaut werden. Wie weit ist man damit?

Der Plan ist, dass das Testzentrum am Dienstag um 06.00 Uhr morgens an den Start geht - hat der Präsident des Eurodistrikts Gilbert Schuh gestern dem SR nochmal gesagt. Wobei es unterschiedliche Einschätzungen gibt, ob das wirklich klappen kann. Dies wird sich denk ich im Laufe des Tages abzeichnen. Aber: Es gibt ja außerdem noch die Testungen der französischen Pendler:innen in den saarländischen Unternehmen, also 100.000 Schnelltests von der Landesregierung. Diese können die Firmen ab heute nach Terminvereinbarung bei der IHK abholen.


Weitere Informationen

Nach Entscheidung der Bundesregierung
Kritik an Einstufung als Virusvariantengebiet
Die Bundesregierung hat das Département Moselle am Sonntag als “Virusvariantengebiet” eingestuft. Damit gelten ab Dienstag strenge Auflagen für die Einreise nach Deutschland. Allerdings soll es keine Grenzkontrollen geben wie an den Grenzen zu Tschechien und Tirol. Linksfraktion und die Saar-SPD kritisieren die Entscheidung der Bundesregierung.



Verschärfte Einreisebedingungen ab Dienstag
Département Moselle wird Virusvariantengebiet
Die Bundesregierung stuft das Département Moselle als “Virusvariantengebiet” ein. Damit gelten ab Dienstag strenge Auflagen für die Einreise nach Deutschland.

Ein Thema auf SR 1 am 1. März 2021 in der Sendung "Dein Morgen"

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja