Die Corona Warn-App auf einem Smartphone (Foto: SR/Marvin Brandt)

Zwischenbilanz der digitalen Risiko-Ermittlung

  16.07.2020 | 16:41 Uhr

Seit genau einem Monat ist die Corona-Warn-App nun in Deutschland verfügbar. Sie soll dabei Helfen mögliche Kontaktpersonen schneller zu informieren. Die Resonanz aus der Bevölkerung war groß.

Noch vor der eigentlichen Veröffentlichung der Corona-Warn-App hatte diese eine Diskussion rund um das Thema Datenschutz ausgelöst. Sollten die Daten nun zentral oder dezentral gespeichert werden. Zur Freude aller Datenschützer wurde sich schlussendlich für die dezentrale Variante entschieden. Und dies mit Erfolg.

Fast jeder Vierte hat die App auf dem Handy

Mittlerweile wurde die App über 15,8 Millionen mal heruntergeladen. Bei ca. 58 Millionen Mobiltelefonen in Deutschland entspricht dies gut einem Viertel aller Smartphonenutzer. Wie viele die App davon tatsächlich aktiv nutzen bzw. noch installiert haben, ist hingegen unklar. Je mehr Leute die App jedoch einsetzen, desto mehr bringt sie.

Rund 500 Infektionsmeldungen bisher

Wer positiv auf das Corona-Virus getestet wird, bekommt von den Gesundheitsämtern eine sogenannte Tele-TAN. Diese spezielle Zahlenkombination informiert dann die Kontaktpersonen, die die App ermittelt hat. Gleichzeitig schützt die TAN vor Falschmeldungen. Bislang wurden rund 500 solcher Codes ausgegeben. Ob dieser auch verwendet wurde und wie viele Kontaktpersonen damit erreicht wurden, lässt sich jedoch nicht nachprüfen. So ist nach einem Monat nur ein geringer Erfolg nachzuweisen.

Mehr Fehler- als Infektionsmeldungen

Während die Zahl der Infektionsmeldungen sich noch in Grenzen hält, ist die Zahl der Fehlermeldungen dagegen umso höher. Oftmals wird angezeigt, dass die App in dieser Region nicht unterstützt wird oder die Zahl der aktiven Tage springt hin und her. Dies liegt jedoch nicht an der App selbst, sondern an den verschiedenen Betriebssystemen von Google und Apple. Ob und wann diese Fehler behoben werden sollen ist jedoch offen. Laut der Deutschen Telekom funktioniert die App aber trotz der Fehlermeldungen.

Mit der Corona-App im Urlaub

Das Gute zuerst: Wenn sich zwei mit der deutschen Warn-App im Ausland begegnen, registriert diese den Kontakt. Die App wertet nämlich nur die Nähe der Personen aus, jedoch nicht den expliziten Standort. Das Schlechte: Bisher gibt es noch keine europäische Lösung für die jeweiligen Warn-Apps wie in Frankreich oder Italien. Ob es eine Verknüpfung oder eine gemeinsame europäische App geben wird, ist offen. Bei der mittlerweile immer größeren Reisefreiheit, jedoch mehr als angebracht.


Weitere Infos

Ein Monat Corona-Warn-App
Viele Downloads und noch viel zu tun
Einen Monat nach dem Start sind Politik und Entwickler zufrieden mit der Corona-Warn-App. Doch es gibt auch Kritik: Immer wieder gebe es grundlose Fehlermeldungen, noch immer seien zu wenig Labore angeschlossen.

Auch Thema in SR 1 'Balser & Mark - Dein Morgen' am 16.7.2020.

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