Momo Challenge (Foto: picture alliance / MAXPPP)

Horrorfigur "Momo" ist scheinbar wieder zurück

Kim Stoppert/Onlinefassung Susanne Armbruster   07.03.2019 | 00:00 Uhr

Die sonderbare Figur taucht anscheinend vermehrt wieder in Kindervideos auf. Dabei handelt es sich um ein gruselig aussehendes Mädchen - lang gestreckter Mund, riesige Augen, strähniges Haar, sie wirkt mehr wie ein Vogel als ein Mensch. Diese Momo gibt den Kindern angeblich Aufgaben auf, die sie unbedingt machen müssen. Doch wer ist "Momo" eigentlich?

Momo: 2018 tauchte sie bei WhatsApp auf

Gruselgestalt Momo in Internetvideos für Kinder aufgetaucht
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Gruselgestalt Momo in Internetvideos für Kinder aufgetaucht

Das Phänomen Momo ist bereits seit 2018 in den sozialen Medien bekannt. Damals erschien die Grusel-Figur als unbekannter WhatsApp-Account auf den Handys vieler Kinder und Jugendlicher. Die Leute reden davon, dass Momo sie bedroht hat, ihnen makabre Fotos geschickt hat und auch angeblich Dinge über sie wusste. 

Die Videos bedienten sich dabei an Fotos oder Video-Fakes, die bereits im Internet umgingen. Nun soll die 'Horrorfigur' neuerdings in Videos bei Youtube oder dem Computerspiel Fortnite auftauchen.

Was steckt dahinter?

Das SR-YouTube Format "Offen un ehrlich" hat schon zu Beginn des Momo-Hypes ein Video gemacht und gezeigt, was eigentlich hinter dem WhatsApp-Kettenbrief steckt und wie leicht man damit manipulieren, stalken und faken kann.

Momo Challenge
MOMO STALKT REBEKAH WING?! 😂 KRASSER FAKE + BEWEISE! 😵 Betrugsfälle!
Momo ist der gruseligste WhatsApp Kontakt, den du jemals einspeichern wirst.

Anhand der Nutzerkommentare unter den Momo-Videos und auch unter dem "Offen un ehrlich"-Video, kann man sehen, dass viele "Momo" für echt gehalten haben. Dabei ist „Momo“ lediglich eine Skulptur, die in einer Kunstausstellung in Tokyo präsentiert wurde. Der Inhalt der Nachrichten ist frei erfunden. Die Kontaktaufnahme sollte man dennoch vermeiden: Schon durch eine bloße Antwort können Betrüger an persönliche Daten gelangen. Es passiert nichts, wenn Kinder die Nachricht nicht weiterleiten und sie stattdessen löschen.

Was können Eltern tun? 

Der Medienratgeber für Familien 'Schau hin' empfiehlt, Kettenbriefe generell einfach zu löschen. Eltern sollten ihre Kinder aufklären. Denn Kettenbriefe werden oft nur verbreitet, um anderen Angst zu machen. Letztendlich tragen die Eltern die Verantwortung dafür, wie ihre Kinder mit Medien umgehen, was sie dort sehen oder auch nicht. Iren Schulz von 'Schau hin' rät: "Wichtig ist es, den Kindern die Angst zu nehmen, dass Freunden oder Familie etwas passieren könnte." Kettenbriefe sollen laut der Expertin nicht weitergeschickt werden, nur so könne der Teufelskreis durchbrochen werden.

Eltern können die Verantwortung nicht an YouTube oder eine App abgeben. Deshalb sollten sie am besten dabei sein, wenn ihre Kinder zum Beispiel das Internet nutzen. Um zu verhindern, dass sie auf nicht kindgerechte Inhalte stoßen oder auch, um im schlimmsten Fall direkt reagieren, erklären und besänftigen zu können. Schlimmstenfalls sollte man versuchen, dass Kinder die entsprechenden Kanäle meiden, rät die Expertin.

Momo auf der Youtube Plattform

Die Bilder des „Momo“-Charakters, die in Youtube-Videos eingebunden sind, verletzen nicht die Richtlinien der Videoplattform, erklärt die Expertin. Jedoch sind entsprechende Bilder nicht auf der App „Youtube Kids“ erlaubt. Youtube hat sich auch entschlossen, diesbezüglich Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Dennoch kann es sein, dass Grusel-Inhalte immer wieder durchs Raster fallen. Deshalb sollten Eltern auch immer wieder ein Auge darauf werfen, was die Kinder schauen und vor allem solche Grusel-Profile auch melden.

Weitere Informationen

Auch Thema auf SR 1 am 07.03.2019 in der Sendung "Balser & Mark. Dein Morgen".

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