Foto: SR

Medium-Mineralwasser im Test

  02.08.2020 | 17:33 Uhr

Wasser trinken die Deutschen am liebsten medium, also mit einem mittleren Kohlensäuregehalt. Und das muss gar nicht teuer sein. Stiftung Warentest hat 31 Medium-Mineralwässer aus Deutschland genauer untersucht. Einen der beiden Testsieger bekommt man beim Discounter!

Fast 140 Liter Mineralwasser hat 2019 jeder Deutsche getrunken. Am liebsten die Sorte 'Medium'. Stiftung Warentest hat 31 davon genauer untersucht: 14 regionale Markenwässer, die exklusiv aus eigenen Quellen abgefüllt werden, 14 Eigenmarken des Handels, die aus verschiedenen Quellen stammen können, und drei bio-zertifizierte Wässer. Aus dem Saarland war kein Mineralwasser dabei.

Alle Mineralwässer im Test waren mikrobiologisch einwandfrei. Untersucht wurden jeweils auch Aussehen, Geruch und Geschmack, darüber hinaus wurden die Wässer unter anderem auch auf kritische Inhaltsstoffe sowie Rückstände hin analysiert.

Am Ende gab es zwei Testsieger mit der Note 'sehr gut': zum einen das Markenwasser 'Basinus' der Bonaris Quelle in Neustadt/Aisch zum Preis von 27 Cent pro Liter, und zum anderen die Aldi Süd-Eigenmarke 'Aqua Culinaris' mit Wasser aus dem Kurfels Mineralbrunnen in Duisburg, das mit 13 Cent je Liter nur knapp die Hälfte kostet. Darüber hinaus bekamen 25 Wässer die Note 'gut', die restlichen vier waren 'befriedigend'.

Eine Test-Besonderheit: Das 'Aqua Culinaris' von Aldi Süd taucht im Test noch ein zweites Mal auf. In diesem Fall handelt es sich dann um Wasser aus der Altmühltaler Quelle im bayerischen Treuchtlingen. Dieses Wasser wurde mit 'gut' bewertet.

Geschmack

Zwei Gläser, in die Mineralwasser eingeschenkt wird (Foto: SR)

Ja, Wasser ist gar keine so geschmacklose Angelegenheit, wie man zuerst vielleicht denken mag. Beim Mineralwasser sind die verschiedenen Bodenschichten, durch die es sickert, unter anderem auch für seinen Geschmack ausschlaggebend. So kann das Wasser mineralisch, sauer, salzig oder bitter schmecken. Für Stiftung Warentest war allerdings entscheidend, ob ein Fremdgeschmack vorlag, zum Beispiel nach Kunststoff, oder ob das Wasser zitronig schmeckte oder auch abgestanden. 12 der 31 Wässer im Test bekamen dabei ein 'sehr gut'.

Reinheit

Mineralwasser muss immer einwandfrei sein. Dennoch: In vier Wässern wurde ein Abbauprodukt eines Pflanzenschutzmittels nachgewiesen, ein Wasser enthielt dazu auch Süßstoffe und einen Komplexbildner, wie er etwa in Waschmitteln enthalten ist. Allerdings waren die Konzentrationen gesundheitlich nicht bedenklich. In einem weiteren Produkt waren - geologisch bedingt - Spuren von Uran enthalten. Ein 60 Kilo schwerer Erwachsener müsste 2,8 Liter davon trinken, um die tolerierbare Tagesdosis auszuschöpfen.

Kohlensäuregehalt

Stiftung Warentest: Mineralwasser
Audio
Stiftung Warentest: Mineralwasser

Stammt das Kohlenstoffdioxid (CO2) nicht aus der Quelle selbst, sondern wurde dem Wasser technisch erzeugtes CO2 zugesetzt, dann muss auf der Flasche „Mit Kohlensäure versetzt“ stehen.

Der Kohlensäuregehalt ist für Mineralwässer nicht vorgeschrieben. Er ist auch bei 'Medium'-Wässern nicht immer gleich. Im Test schwankte er zwischen 2,9 Gramm und 5,2 Gramm CO2 pro Liter.

Mineralstoffe

Der Boden, durch den sich das Mineralwasser seinen Weg gebahnt hat, ist auch dafür entscheidend, welche Mineralien sich auf diesem Wege im Wasser gelöst haben. Das können Kalium, Magnesium und Kalzium sein oder auch Hydrogenkarbonat, Sulfat, Natrium oder Chlorid. Dennoch muss ein Mineralwasser nicht mineralstoffreich sein. Nur 4 Wässer im Test hatten einen hohen Mineralstoffgehalt, 15 dagegen einen geringen.

Aufs Etikett achten: Quelle und Quellort müssen dort immer ausgewiesen werden. Pflicht ist auch ein Analysenauszug Er gibt Auskunft über den Gehalt an charakteristischen Mineralstoffen. Mit dem Blick darauf kann sich jeder das für ihn passende Wasser aussuchen: Wer sich zum Beispiel stark körperlich betätigt und viel schwitzt, der sollte sich für ein stark magnesiumhaltiges Wasser entscheiden. Wer Milch und Milchprodukte nicht verträgt, für den ist ein Wasser mit hohem Kalziumgehalt gut. Wer unter Sodbrennen leidet oder einen empfindlichen Magen hat, für den bietet sich Hydrogencarbonad-haltiges Wasser an, und kaliumreiches Wasser ist gut für Menschen mit Bluthochdruck.

Bio muss nicht sein

Es gibt kein Bio-Label der EU für Mineralwasser. Allerdings soll bei einem 'Bio'-Mineralwasser der „Anteil an Rückständen und Schadstoffen besonders niedrig" sein, so der Bundesgerichtshof. Das trifft auch auf viele Nicht-Bio-Mineralwässer zu. Hier kann man also viel Geld sparen. Denn die drei Bio-Wässer im Test haben zwar gut abgeschnitten, allerdings muss man für sie vier- bis sechsmal so viel bezahlen wie für den günstigen Testsieger, nämlich bis zu 80 Cent pro Liter.

Der Umwelt zuliebe

Mehrweg ist besser als Einwegflaschen. Glasflaschen können bis zu 50 Mal wieder befüllt werden, PET-Mehrwegflaschen immerhin mindestens 15 Mal. Doch den größten Ausschlag bei der Ökobilanz geben die Transportwege: Deshalb sollte man nach Möglichkeit zu Wasser aus der Region greifen als zu solchen mit weiten Lieferwegen.

Weitere Informationen im Test-Heft 8/2020 und auch auf test.de.


Auch Thema auf SR 1 am 29.07.2020 in der Sendung 'Dein Vormittag im Saarland'.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja