Filmemacher Jörn Michaely (Foto: Jörn Michaely)

Film ab für Nachwuchs-Talent Jörn Michaely aus Saarbrücken

 

Unter den Filmen, die 2021 beim Festival Max Ophüls Preis gezeigt werden, ist auch eine Produktion eines saarländischen Nachwuchs-Filmemachers: der Kurzfilm "Die Formel" von Jörn Michaely aus Saarbrücken. Im SR 1-Interview verrät der 26-Jährige unter anderem, was die Zuschauer in seinem Werk erwartet und wie die Branche unter der aktuellen Corona-Krise leidet.

Für viele junge Filmemacher ist das Filmfestival Max Ophüls Preis normalerweise auch eine wichtige Kontaktbörse. Sie können vor Ort mit Produzenten, Verleihern etc. ins Gespräch kommen und ihre Projekte präsentieren. Doch dieses Jahr ist alles anders. Corona-bedingt wird das Festival nur online ausgetragen und das persönliche 'Networken' ist nicht möglich.

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Nachwuchs-Filmemacher Jörn Michaely im SR 1-Interview.

"Das fehlt einem schon - und es wäre ja auch schlimm, wenn es nicht so wäre", steht auch für Jörn Michaely fest. Im Rahmen des Festivals läuft der Kurzfilm 'Die Formel' des jungen Saarbrücker Filmemachers. Wenn man mit dem gesamten Team gemeinsam das Ergebnis seiner Arbeit auf der großen Leinwand im Kino anschauen könne, sei das gerade für junge Filmemacher ein Highlight, sagt er und ergänzt: "Zudem gehört ja auch immer der Rahmen dazu. Also nicht nur das Filmgucken, sondern auch das hinterher darüber sprechen und das gemeinsam miteinander feiern."

Aber das Festival-Team gebe sich alle Mühe, das auch in Corona-Zeiten ein Austausch zwischen den Beteiligten möglich ist. So gebe es unter anderem Branchentage und Publikumsgespräche.

Zu seinem aktuellen Film 'Die Formel' verrät er, dass dieser von einer Frau handelt, die abends nach Hause kommt und auf einmal einen fremden Mann in ihrer Wohnung vorfindet. Nach und nach entpuppt sich die Geschichte zu einem Kriminalfall. "Und die beiden kommen auch irgendwie drauf, dass sie sich kennen und eine gemeinsame Vergangenheit haben."

Erste Erfolge im Teenageralter

Für Jörn Michaely ist 'Die Formel' übrigens nicht der erste Kurzfilm, der bei dem Festival gezeigt wird. 2014 war er mit 19 Jahren der jüngste Regisseur, der beim Max Ophüls Preis vertreten war. Sein Kurzfilm 'Leon lügt' stieß auf großes Medieninteresse.

Schon im Teenageralter feierte der heute 26-Jährige sein Regiedebüt. Für seinen ersten Kurzfilm 'Weißer Kragen' wurde er 2013 im Alter von 16 Jahren mit dem Preis für die beste Regie und den besten Nachwuchsfilm bei den Weltfilmfestspielen der 'Union Internationale du Cinéma' in Österreich ausgezeichnet. Und mit seiner Produktion 'Helldunkel' (2015) gewann er den Hauptpreis beim 'Bundes-Festival-Film'.

2016 begann er schließlich ein Studium der Medienkunst an der Hochschule der Bildenden Künste in Saarbrücken. In dessen Rahmen war er als Kameramann für den Dokumentarfilm 'Was ich von mir weiß' der Regisseurin Nora Mazurek tätig. Und auch für TV-Produktionen arbeitete er. "Geschichten erzählen: Das ist der rote Faden, der sich durch mein Leben zieht - egal ob für Film, im Fernsehen oder auf unserem Festival", sagt Michaely.

Gründer des 'Bundesfestivals junger Film'

Denn 2018 gründete der Saarbrücker das 'Bundesfestival junger Film' in St. Ingbert, dessen künstlerischer Leiter er auch ist: "Jedes Jahr präsentieren wir über 100 Filme, Musikvideos und Drehbücher. Namhafte Filmschaffende zeichnen einige davon mit Preisen in Höhe von 20.000 Euro aus", erklärt er. Damit gehört die Veranstaltung zu den größten deutschsprachigen Kurzfilmfestivals im Nachwuchsbereich.

Die aktuelle Corona-Krise treffe die Branche und vor allem gerade die jungen Filmemacher schon hart, weiß der Saarländer. "Sie sind darauf angewiesen, dass ihre Filme gesehen werden, weil das die einzige Möglichkeit für sie ist, in ihrer Karriere weiterzukommen.". Deshalb sei es wichtig, das Wettbewerbe wie der Max Ophüls Preis und das 'Bundesfestival junger Film' auch in dieser Zeit stattfinden.

Die Filmschaffenden hätten übrigens ganz unterschiedliche Strategien, wie sie mit der Krise umgehen. So gebe es zum Beispiel auch einige Produktionen, die Corona zum Thema haben und dafür bereits Auszeichnungen erhalten haben.


Mehr zu dem Festival

17. bis 24. Januar im Internet
Das Filmfestival Max Ophüls Preis 2021
Die 42. Ausgabe des Filmfestival Max Ophüls Preis wird vom 17. bis 24. Januar ausschließlich online stattfinden - auf einer eigens für das Festival entwickelten Streaming-Plattform. Gezeigt werden in diesem Jahr insgesamt 98 Filme in 46 Filmprogrammen. Zudem wird es für Interessierte virtuelle Publikumsgespräche mit interaktiven Möglichkeiten geben, um sich mit den Filmteams auszutauschen.


Auch Thema am 19.01.2021 auf SR 1 in der Sendung 'Hallo Saarland'.

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