Eine ölverklebte Schildkröte (Foto: Michael Fries)

Saarländer hilft bei Ölkatastrophe auf Mauritius

  11.08.2020 | 00:00 Uhr

Dem Urlaubsparadies Mauritius droht derzeit eine Umweltkatastrophe. Vor zwei Wochen war ein japanischer Frachter aus bislang ungeklärter Ursache auf Grund gelaufen. Inzwischen gelangen tonnenweise Öl ins Meer. Der Saarländer Michael Fries lebt seit 30 Jahren auf Mauritius und koordiniert dort die Reinigungsarbeiten. Die Ausmaße des Unglücks sind schockierend.

Saarländer hilft bei Ölkatastrophe
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Saarländer hilft bei Ölkatastrophe

Das ca. 300 Meter lange Transportschiff befand sich aus China kommend auf dem Weg nach Brasilien, als es vor der Küste von Mauritius auf Grund lief. Wie es dazu kommen konnte, ist bislang ungeklärt. Zur Selbstversorgung waren ca. 4.000 Tonnen Schweröl, 90 Tonnen Schmiermittel und 200 Tonnen Leichtöl an Bord. Nach Schätzungen sind bereits rund 1.000 Tonnen Öl ausgelaufen.

Katastrophale Folgen für die Umwelt

Michael Fries aus dem Saarland lebt seit 30 Jahren auf Mauritius und gehört zu der Leitung des Koordinationsteams, welches vor Ort das Meer reinigt. Laut Ries lag der Frachter rund zwölf Tage am Riff. Durch starke Strömung ist das Schiff ca. einen Kilometer am Riff entlang geschrammt. Zwar gab es recht früh schwimmende Ölsperren, diese funktionieren bei starkem Wellengang jedoch nicht. Bei dem Versuch, den Frachter durch Zupumpen von Ballast zu stabilisieren, brach eine Rohrleitung und das Schiff wurde unkontrolliert geflutet.

Zurfolge hatte dies "das wahre Desaster", wie Michael Fries berichtet, denn durch die Überbelastung öffneten sich am Donnerstag und Freitag weitere Risse. Zudem ist der Frachter im jetzigen Zustand vermutlich nicht mehr abschleppbar. Seitdem läuft tonnenweise Öl ins Meer. Eine absolute Katastrophe für die Umwelt und Tierwelt auf Mauritius.

Das ölverseuchte Meer vor Mauritius (Foto: Michael Fries)

"Die sterben jetzt einfach weg"

Das sonst traumhaft schöne, grün-blaue Meer ist inzwischen schwarz. Freiwillige der Insel gruppieren sich, um bestmöglich Öl abzupumpen und Tiere zu reinigen. "Es wird Jahre dauern, bis sich die Natur regeneriert", sagt Fries. "Wir sehen Meeresschildkröten, wir sehen Vögel, die voll mit Öl sind. Wir haben gar nicht die Möglichkeit, diese Tiere zu reinigen. Die sterben jetzt einfach weg." Besonders an technischer Ausrüstung und geeigneten Reinigungsmitteln mangelt es, so Fries. Vor allem hier hofft er auf baldige Unterstützung.


Auch Thema am 11.08.2020 auf SR 1 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen' und auf SR 3 Saarlandwelle in der Sendung "Guten Morgen"

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