Jessica Watson, Bob Hines, Kjell Lindgren und Samantha Cristoforetti. (Foto: picture alliance / Consolidated News Photos | SpaceX via CNP)

Maurers Zeit auf der ISS geht zu Ende

  28.04.2022 | 03:00 Uhr

Nach fast einem halben Jahr Aufenthalt und mehr als 2500 Erdumrundungen sind für Matthias Maurer die letzten Tage auf der Internationalen Raumstation ISS angebrochen - das Nachfolge-Team ist bereits eingetroffen. Maurer soll voraussichtlich am 5. Mai auf die Erde zurückkehren.

Am Mittwoch kurz vor 10 Uhr MESZ ist die Crew 4, die Matthias Maurer und seine Mannschaft ablösen soll, vom Kennedy Space Center in Florida mit einer Crew Dragon-Kapsel des privaten US-Raumfahrtunternehmens SpaceX zur Internationalen Raumstation gestartet. Nach rund 17 Stunden Flug konnten die Astronauten in der Nacht zum Donnerstag an der ISS andocken.

Matthias Maurers letzte Tage im All sind angebrochen
Audio [SR 1, (c) Florian Mayer, 28.04.2022, Länge: 02:59 Min.]
Matthias Maurers letzte Tage im All sind angebrochen

Nach der Ankunft ist laut NASA nun eine etwa fünftägige Übergabe geplant, bevor Crew 3, also Matthias Maurer mit seinen amerikanischen Kollegen, voraussichtlich in der ersten Maiwoche auf die Erde zurückkehrt.

Die Ablösung Crew 4 besteht aus den NASA-Astronauten Kjell Lindgren, Robert Hines und Jessica Watkins sowie der ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti. Für Lindgren und Cristoforetti ist es bereits der zweite Aufenthalt auf der ISS. Die neue Besatzung soll etwa sechs Monate lang auf der ISS bleiben und mehr als 200 Experimente durchführen. Auch drei Russen sind derzeit mit an Bord.

Sechs Monate im All

Am 11. November 2021 war Matthias Maurer zur ISS gereist. Er hat sich dort unter anderem mit materialwissenschaftlicher und medizinischer Forschung beschäftigt. Höhepunkt seines ISS-Aufenthalts war ein mehrstündiger Außeneinsatz.

Matthias Maurer auf der ISS (Foto: ESA/Matthias Maurer)

Nach fast sechs Monaten kann der Saarländer jetzt nur noch wenige Tage den spektakulären Blick auf die Erde genießen. Ursprünglich sollte Maurer Ende April zur Erde zurückkommen, nach Angaben der NASA verschiebt sich die Rückreise aber voraussichtlich um einige Tage. Nach derzeitiger Planung sollen Maurer und sein Team am 4. Mai abdocken und am 5. Mai vor der US-Küste im Wasser landen - vorausgesetzt, das Wetter spielt mit.

Die Astronauten müssen sich dann erst einmal wieder an die Schwerkraft hier auf der Erde gewöhnen. Aber sicher wird es nicht allzu lange dauern, bis Matthias Maurer es genießen kann, mal wieder spazieren zu gehen. Darauf freue er sich jetzt schon, sagte er in einem seiner letzten Interviews, genauso wie darauf, wieder ungefilterte Luft zu atmen.

Die ISS - unser Außenposten im All

Die internationale Raumstation - ISS (Foto: NASA / ESA)

Matthias Maurer ist der zwölfte Deutsche im All und nach Thomas Reiter (2006), Hans Schlegel (2008) und Alexander Gerst (2014) der vierte Deutsche auf der ISS.

Seit November 2000 befinden sich ständig Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation, darunter viele multinationale Teams. Die Station wird von den Weltraumagenturen der USA, Russlands, Kanadas, Japans und der Europäischen Weltraumagentur (ESA) gemeinsam betrieben und auch finanziert.

Doch die Tage der Raumstation sind bereits gezählt: Spätestens 2030, so die Planung der ISS-Partner, soll sie außer Betrieb genommen werden. Stattdessen soll dann eine neue Raumstation, die Lunar Orbital Platform-Gateway, um den Mond kreisen und unter anderem als Zwischenstation für neue, bemannte Mondmissionen dienen.

Mehr zu Maurers Weltraummission

Matthias Maurer ist der erste Saarländer auf der ISS und damit im All. Was erforscht Maurer auf der ISS? Welche Deutschen waren schon vor ihm im All? Und wie wird man überhaupt Astronaut? Alles Wissenswerte zur Weltraummission haben wir hier zusammengefasst:


Samantha Cristoforetti war bereits auf der ISS

„Ich bin eine Weile nicht auf dem Planeten.“ So die Abwesenheitsnotiz von Samantha Cristoforetti, als sie 200 Tage auf der ISS verbracht hat. Astronautin zu werden war gar nicht so einfach. Denn außer ihr wollten auch über 8.000 andere gerne ins All. Wie sie es trotzdem geschafft hat, ob sie im Weltraum etwas vermisst hat, wie sich Schwerelosigkeit anfühlt und wie es ist, die Erde von oben zu sehen – das hat sie uns im SR 1 Abendrot-Talk erzählt:

Astronautin Samantha Cristoforetti über ihre spannende Zeit im Weltall
SR 1 Abendrot 13.01.2020 [Länge: 26:28 Min.]
Astronautin Samantha Cristoforetti über ihre spannende Zeit im Weltall


Auch Thema auf SR 1 am 28.04.2022 in der Sendung 'SR 1 - Die Morningshow'.

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