Schutzmasken (Foto: SR)

Wie trage ich Masken richtig?

  11.05.2020 | 09:16 Uhr

Im öffentlichen Leben gilt nach wie vor die bundesweite Maskenpflicht. Beim Tragen der Masken gibt es einige Regeln, die befolgt werden sollten. Wir haben Euch einige Tipps zusammengestellt.

Richtig mit Gesichtsmasken umgehen – Tipps von Virologe Dr. Jürgen Rissland

Wie ziehe ich die Maske richtig auf und ab?

Am sinnvollsten ist die Maske beim Auf- und Absetzen nur an den Bändeln zu berühren und erst nach dem An- bzw- Aufziehen die Hände mit Seife zu waschen.

Wie trage ich die Maske korrekt?

Alltagstipps für die Maskenflicht vom Virologen
Audio [SR 1, (c) SR/Christian Balser und Kerstin Mark, 11.05.2020, Länge: 04:06 Min.]
Alltagstipps für die Maskenflicht vom Virologen

Wichtig ist mit der Maske Mund und Nase zu bedecken. Auch die Maske zwischendurch am Kinn zu tragen und dann hoch zu ziehen ist nicht sinnvoll, denn dann geraten eventuell die Hände mit Viren aus den eigenen Atemwegen in Kontakt und können so schnell verbreitet werden. Trotzdem sollten die Masken möglichst kurz getragen werden, denn je feuchter die Stoffe werden, umso durchlässiger werden sie. Eine einfache Regel lautet: Maske hoch, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Wie bewahre ich die Maske am besten auf?

Die Masken sollten immer trocken aufbewahrt werden, also zum Beispiel in der Sonne oder auf der Fensterbank. Auf keinen Fall gehören sie in die Hosentasche oder Plastikbeutel.

Communitymasken aus Stoff vs. Einwegmasken.

Die medizinischen Einwegmasken sind klinisch getestet und bieten so attestierten Schutz, das ist bei DIY-Masken natürlich nicht der Fall. Grundsätzlich geht es um Fremdschutz, also darum, dass etwaige eigene Viren nicht durch die Atemwege auf andere übertragen werden und dazu helfen beide Arten von Masken.

Wer selbstgenähte Masken - sogenannte Community-Masken - verwendet, sollte beim Stoff darauf achten, dass es sich um einen möglichst dichten Baumwollstoff handelt. Denn: Je dichter der Stoff, desto effektiver ist die Maske. In gewisser Weise sorgt man dafür auch für einen gewissen Eigenschutz, so Virologe Dr. Jürgen Rissland. Im Grunde geht es bei den Community-Masken allerdings um den Fremdschutz - das heißt, dass man mit den möglicherweise in den eigenen Atemwegssekreten befindlichen Viren niemand anderen (so leicht) infiziert.

Ob selbst genähte Masken sicherer sein können als Einmalmasken, kann man laut Rissland nicht sagen: "Sicherer" bedeutet, dass auf jeden Fall Tests durchgeführt werden müssen. Bei den Einmalmasken handelt es sich um ein Medizinprodukt, die gewissen Tests unterzogen werden. Das gilt für die Community-Masken nicht. Dennoch ist davon auszugehen, dass es, wenn sowohl Mund als Nase bedeckt sind, mindestens zu einer Erschwernis der Weiterverbreitung der Viren kommt.

Wer nur seinen Mund bedeckt, um besser atmen zu können, schützt sich nicht richtig. Die Atemwegssekrete verbreiten sich nämlich sowohl über die Nase als auch den Mund. Dabei sollte sie an den Wangen und unter dem Kinn eng anliegen, aber natürlich trotzdem noch genug Luft zum Atmen durchlassen. Beim Aufsetzen, Ablegen und Tragen der Maske sollte zudem Folgendes beachtet werden:


  • Vor dem Aufsetzen und Abnehmen der Maske die Hände gründlich mit Seife waschen
  • Beim Aufsetzen und Abnehmen der Maske nicht die Innenseite der Maske mit den Händen berühren, sondern nur die Schnüre an der Seite greifen
  • Beim Tragen die Maske nicht mit den Händen berühren


Die Masken werden bei längerem Tragen feucht. Aus Hygienegründen sollte die Maske, sofern möglich, nach dem Tragen bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Alternativ kann die Maske auch in einem Topf auf dem Herd in Seifenwasser gekocht werden. Vor dem nächsten Aufsetzen muss die Maske ganz trocken sein. Ist eine Maske beschädigt - zum Beispiel durch einen Riss - sollte sie nicht mehr verwendet werden.

Wenn es nicht möglich ist, die Masken wirklich nach jedem Tragen zu waschen, sollte Folgendes beachten: Im Kern geht es erstmal darum, dass man die Maske nur so kurz wie möglich trägt, erklärt Dr. Rissland. Die Masken werden nämlich immer durchlässiger, wenn sie feucht werden. Deshalb sollte man das Maskentragen möglichst auf die Situationen beschränken, wo man wirklich in engeren Kontakt mit Menschen kommen kann.

Die Faustregel lautet: Die Maske sollte dann getragen werden, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Der Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern ist nämlich nach wie vor die effektivste Maßnahme.

Taschen, Brillenetuis und Ähnliches sind zur Aufbewahrung der Masken nicht wirklich geeignet. Am besten sollten sie an der frischen Luft aufbewahrt werden - eben dort, wo die Trocknungsmöglichkeit am besten ist. Wo das dann genau ist - ob auf der Fensterbank oder an einer anderen Stelle, wo die Sonne drauf scheint - , ist nochmal individuell zu entscheiden, so Rissland.


Auch Thema am 11.05.2020 auf SR 1 in der Sendung 'Hallo Saarland'.


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