Symbolbild: Eine Spritze liegt auf einem Impfpass in Vorbereitung auf eine Schutzimpfung (Foto: picture alliance / Friso Gentsch / dpa)

Masernimpfschutz wird Pflicht

  21.02.2020 | 22:16 Uhr

Am 1. März 2020 tritt das Masernschutzgesetz in Kraft. In Schulen, KiTas und Kindergärten gilt dann die Masern-Impfpflicht, das heißt, Eltern müssen nachweisen, dass ihre Kinder gegen Masern geschützt sind, damit die Kinder die jeweilige Einrichtung besuchen dürfen. Kinder ohne Masernimpfung dürfen in Kitas und Kindergärten nicht betreut werden. Auch das Personal muss geimpft sein.

Die Neuregelung ist auch wichtig für Eltern, die ihre Kinder in den nächsten Tagen - also zwischen dem 26. Februar und dem 3. März 2020 - bei weiterführenden Schulen anmelden wollen. Auch dort ist ein Impfnachweis vorzulegen.

Während ungeimpfte Kinder nicht in Kitas und Kindergärten aufgenommen werden dürfen, gilt die Schulpflicht stärker. Wenn Eltern der Impfpflicht allerdings nicht nachkommen, können Buß- und Zwangsgelder bis zu 2500 Euro verhängt werden.

Kinderärzte begrüßen die Impfpflicht

Über die Impfpflicht wurde lange gestritten. Masern sind äußerst ansteckend und können schwere Komplikationen wie Lungen- und Hirnhautentzündungen verursachen, die in einem vom 1000 Fällen sogar zum Tod führen können. Deshalb sollen in Deutschland Kinder um den ersten Geburtstag herum zum ersten Mal und mit etwas Abstand ein zweites Mal gegen Masern geimpft werden. Nach der zweiten Impfung liegt der Schutz bei etwa 99 Prozent.

Wer nicht geimpft ist, kann sich anstecken und den Erreger weiterverbreiten. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte im Saarland hat sich daher schon lange für eine Impfpflicht ausgesprochen. Es geht auch darum, die Eltern vom Sinn der Impfung zu überzeugen, so Benedikt Brixius, der Sprecher des Berufsverbandes. Denn manche Kinder, wie zum Beispiel solche mit einer Immundefekterkrankung, sind auch nach der Zweitimpfung noch nicht ausreichend geschützt. Um deren Leben nicht zu gefährden, sollten keine ungeimpften Kinder Gemeinschaftseinrichtungen besuchen dürfen.

Masern-Impfschutz wird Pflicht
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Masern-Impfschutz wird Pflicht

Viele Impfgegner fürchten die Nebenwirkungen der Impfung. Doch die sind gegebenenfalls wesentlich harmloser als das Risiko der Erkrankung, so Brixius. Symptome, die im Rahmen der Impfung auftreten können, wie ein ähnlicher Ausschlag, verlaufen dabei viel schwächer als bei einer Masernerkrankung. "Da liegen Welten dazwischen", betont der Kinderarzt.

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Auch Thema auf SR 1 am 21.02.2020 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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