Ein Luftreinigungsgerät hängt an der Wand (Foto: Gemeinde Schiffweiler)

Noch zu wenige Luftfilter an saarländischen Schulen

  16.07.2021 | 00:00 Uhr

Regelmäßiges Lüften gehört in den saarländischen Schulen zum Alltag. Darüber hinaus sollen Luftfilteranlagen in den Klassenräumen für die Luftreinigung sorgen. Das Land übernimmt sogar einen Großteil der Kosten.

Fördergelder vom Ministerium

Regelmäßiges Lüften steht auch in den saarländischen Schulen mit auf dem Stundenplan, denn es gehört mit zu den wichtigen Corona-Schutzmaßnahmen. In Räumen, in denen das nur schwer möglich ist, sollen Luftfilteranlagen angebracht werden. Dafür hat das saarländische Innenministerium auch besondere Fördermittel bereitgestellt, die aber nur zögernd abgerufen wurden.

Inzwischen können die Mittel für Anlagen in allen Klassenräumen beantragt werden. Das Bildungs- und das Innenministerium erhoffen sich davon, dass auf diese Weise nach den Sommerferien in den Schulen deutlich mehr Luftreiniger zum Einsatz kommen werden.

2.700 Euro kostet die Anschaffung solch einer Anlage. Da hilft es schon, wenn das Land sie bezahlt. Allerdings verursacht die Wartung jedes Gerätes auch Folgekosten von 500 Euro pro Jahr. Dieses Geld muss die Schule dann aber selbst aufbringen.

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Bisher durchschnittlich zwei Anlagen pro Schule

Luftfilter für Schulen im Kreis St. Wendel (Foto: Kreisstadt St. Wendel / Josef Bonenberger)

Insgesamt wurden bislang über 600 Luftfilteranlagen in saarländischen Schulen installiert - im Schnitt zwei Geräte pro Schule. Im Kreis St. Wendel sind es zumindest fünf Geräte pro Schule. Dirk Kiefer vom Schulverwaltungsamt im Landkreis St. Wendel hält das allerdings für überflüssig, und nicht nur in Räumen, in denen man lüften kann. Denn, so eine Medizinerin der Uniklinik Homburg, in Schulen verlaufe der Übertragungsweg eher face-to-face, "und da bringen uns die Luftreinigungsgeräte eigentlich gar nichts", so Kiefer.

Die Gemeinschaftsschule in Nohfelden-Türkismühle setzt auf die Luftreiniger. Sie hat sogar 17 solcher Anlagen angeschafft. In dieser Schule lernen immerhin 1300 Schülerinnen und Schüler in zum Teil großen und schwer zu lüftenden Räumen. Der Landkreis hat den Einbau organisiert, das Land den größten Teil bezahlt, erklärt Rektorin Monika Greschuchna. Sie ist froh, dass damit die Zeiten, in denen über die Türen bis hin zur Außentür gelüftet wurde, endlich vorbei sind.

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Auch Thema auf SR 1 am 16.07.2021 in der Sendung 'Dein Morgen im Saarland'.

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