Eine Schülerin macht einen Lolli-Test. (Foto: picture alliance/dpa | Roland Weihrauch)

KiTas noch nicht bereit für Lollitests

  03.11.2021 | 00:00 Uhr

Auch Kinder ab drei Jahren sollen jetzt zweimal pro Woche auf Corona getestet werden - mit sogenannten Lollitests. Doch vielen KiTas bereitet das noch Probleme.

Seit der Corona-Pandemie müssen auch die KiTa-Mitarbeiter:innen viele zusätzliche Aufgaben bewältigen. Jetzt sollen Kinder ab drei Jahren auch noch regelmäßig getestet werden. Viele Kitas sind dafür aber noch gar nicht bereit, wie SR 1 Reporterin Julia Lehmann erfahren hat.

Fehlendes Personal

Das Problem liegt zum einen daran, dass das vom Gesundheitsministerium versprochene zusätzliche Personal (noch) nicht verfügbar ist. Denn damit die bereits stark geforderten KiTa-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sich nicht auch noch um das Testen kümmern müssen, sollten Unterstützungskräfte diese Aufgabe übernehmen.

Doch die findet man nicht so leicht und auch nicht so schnell, sagt der Verband Kita Fachkräfte Saar. Denn diese Personen brauchen dann auch Arbeitsverträge, ein polizeiliches Führungszeugnis, müssen gegen Masern geimpft sein u.s.w.

Ungeklärt ist auch noch, wo die Kinder in den KiTas getestet werden sollen, ob Pädagogen dabei sein müssen, ob Eltern Einverständniserklärungen mitbringen müssen und anderes mehr. Viele offene Fragen also.

Lollitests kein Kinderspiel

Lolli-Tests: Gar nicht so einfach
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Ein weiteres Problem sind die Lollitests selbst. So simpel, wie der Name vermuten lassen mag, sind diese Test nämlich nicht.

Am Ende des Stäbchens sitzt ein kleiner, harter Schwamm. Den muss das Kind 90 Sekunden lang im Mund behalten, damit der Schwamm völlig durchfeuchtet wird. Draufbeißen darf es auch nicht – das alles ist für Kinder gar nicht so einfach. Und nimmt das Kind den Test zu früh aus dem Mund, bringt er nichts.

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Auch Thema auf SR 1 am 03.11.2021 in der Sendung 'Dein Morgen im Saarland'.

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