Vertical Farming an der Uni des Saarlandes (Foto: Lisa Krauser)

"Vertical Farming" auf dem Gründer-Campus Saarbrücken

Mit Informationen von Lisa Krauser   12.07.2021 | 10:13 Uhr

Laut UNO könnten bis 2050 9,7 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Sie alle müssen ernährt werden. Dafür sind unter anderem bessere Anbaumethoden notwendig. Eine, die wenig Platz braucht, heißt "Vertical Farming", also vertikale Landwirtschaft. Auf dem Gründer-Campus der Universität des Saarlandes bauen drei junge Saarbrücker eine solche vertikale Farm auf.

Vertical Farming auf der Uni Saarbrücken
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Vertical Farming auf der Uni Saarbrücken

Wer nur einen kleinen Garten hat, der kann seine Salat- und Gemüsebeete auch nach drinnen verlagern und dann einfach in die Höhe bauen. "Vertical Farming" nennt sich die Methode auf neu-deutsch. Das geht natürlich auch gewerbsmäßig: mit weniger Fläche mehr Menschen satt kriegen - das ist der willkommene Effekt bei dem Ganzen. Die jungen Saarbrücker Wanda, Max und Ivo bauen gerade so eine vertikale Farm auf - mit Salaten, Sprossen und Kräutern auf drei Ebenen.

Die Farm steht auf einem Holzgerüst mit mehreren Ebenen, auf denen dicht an dicht die Pflanzen stehen. Über jeder Ebene hängen LED-Lampen, die je nachdem, was die Salate oder die Kräuter brauchen, stärker oder schwächer eingestellt werden.

Alles ist so konstruiert, dass die Pflanzen die optimalen Bedingungen zum Wachsen haben. Dazu gehört auch das sogenannte "Hydroponik-System". Das bedeutet, dass die Wurzeln statt in Erde in einer Wasser-Nährstofflösung hängen, aber nur zu bestimmten Zeiten. Max hat Bio-Pharmatechnik studiert und ist der Nährstoff-Experte in der Runde.

Ebbe und Flut wird simuliert

Das System heißt 'Ebbe und Flut'. Mal wird ein Wasserhochstand, mal ein Wasserniedrigstand simuliert, indem etwa für zehn Minuten geflutet wird, bis die Pflanzen alle mit den Wurzeln im Wasser hängen und sich vollsaugen können. Dann sinkt der Spiegel wieder ab, so dass die Pflanzen aktiv Luft ziehen können. Sie brauchen ja auch den Sauerstoff zum Überleben. Da das Wasser auf diese Weise zirkuliert, wird rund 90 Prozent weniger Wasser verbraucht als in der Acker-Landwirtschaft.

Finanziert wird das Forschungsprojekt über ein Stipendium. Schon bald soll daraus eine Firma entstehen. Noch in diesem Jahr wollen sie ein Start-Up gründen und dann auch nicht mehr lange im kleinen, nach oben begrenzten Labor-Raum der Uni anbauen. Geplant ist das Mieten einer Halle im äußeren Stadtring von Saarbrücken, dort die ersten Farmen hochziehen, erst im kleinen Stil, um es dann Schritt für Schritt zu vergrößern.

Wenn das Unternehmen gegründet ist, soll es die Produkte auch im Einzelhandel geben. Der Name für das Start-up steht schon: "Beleaf Farming". Ivo, Max und Wanda glauben an die vertikale Landwirtschaft. Für sie ist es die Landwirtschaft der Zukunft.

Thema auf SR1 in der Sendung "Dein Vormittag" am 12.07.2021

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