Saarländisches Landtagsgebäude (Foto: Pasquale D'Angiolillo/SR)

Klimaschützer planen eigene Liste für Landtagswahl

mit Informationen von Diana Kühner-Mert   30.09.2021 | 09:28 Uhr

Auch als Reaktion auf die Grabenkämpfe innerhalb der saarländischen Grünen und der Linkspartei hat sich eine neue Wählergruppe formiert. „Bunt.Saar“ möchte zur Landtagswahl mit einer eigenen Liste antreten und setzt politische Schwerpunkte auf Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit.

Im Saarland sei eine demokratische Partei, die sich für eine ökologische, soziale und weltoffene Politik einsetze dringend notwendig, heißt es in einer Pressemitteilung der neuen Wählerinitiative.

Deshalb habe sich „Bunt.Saar - Sozial-ökologische Liste“ gegründet. Die Wählergruppe möchte eine Alternative zu den zerstrittenen Saar-Grünen und der saarländischen Linkspartei darstellen, sagte Sprecher Henry Selzer, der selbst aber nicht für den Landtag kandidieren will.

Ziel: Weiter-So verhindern

Neue Liste Bunt.Saar will sozial-ökologische Wähler gewinnen
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Neue Liste Bunt.Saar will sozial-ökologische Wähler gewinnen

Mit ihrem Antritt zur Landtagswahl im kommenden März möchte die Gruppe verhindern, dass die „große Koalition von CDU und SPD ihre Weiter-So-Politik entspannt werde fortsetzen können“.

„Bunt.Saar“ ist aus dem Klimaschutzbündnis Saar hervorgegangen. Die Initiative plant, für die Landtagswahl eine Liste mit ausschließlich parteilosen Kandidaten aufzustellen. So solle laut der Wählergruppe „Vereinsmeierei“ vermieden werden.

Unterschriften fehlen noch

22 Mitglieder hat der Verein derzeit, vor allem Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Umwelt- und Sozialverbände. Sie hoffen auf bis zu 13 Prozent der Wählerstimmen.

Um zugelassen zu werden, muss Bunt.Saar allerdings in jedem Wahlkreis 200 Unterstützerunterschriften sammeln.

Grünes Bündnis bedauert neue Liste

Das Grüne Bündnis Saar, eine Gruppe innerhalb der Saar-Grünen, äußerte bereits Bedauern über die neue Liste. Dadurch bestehe die Gefahr, dass die Stimmen für sozial-ökologische Politik weiter zersplitterten.


Opposition im Saarland zerstritten

Sowohl innerhalb der saarländischen Linken als auch der Grünen sorgen heftige Streits immer wieder für Unmut.

Bei den Linken beharken sich die Lager um Oskar Lafontaine und Thomas Lutze. Lafontaine wirft Lutze Stimmen-Manipulation vor und hatte vor der Bundestagswahl dazu aufgerufen, die Linke nicht zu wählen. Jüngst kündigte er an, bei den nächsten saarländischen Landtagswahlen im März 2022 nicht mehr anzutreten.

Bei den Grünen sorgte das Comeback des langjährigen saarländischen Parteivorsitzenden Hubert Ulrich im Frühjahr für derartige Querelen, dass es zunächst Rücktritte hagelte und schließlich die Partei bei der Bundestagswahl im Saarland gar nicht wählbar war, weil ihre Liste nicht zugelassen wurde.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 29.09.2021 und SR 1 'Dein Vormittag im Saarland' am 30.09.2021 berichtet.

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