Jemand wird mit einem Lauskamm behandelt (Foto: dpa)

Läusealarm: Was hilft gegen die Plagegeister auf dem Kopf?

  30.08.2018 | 00:00 Uhr

In Kindergärten und Schulen kennt man das schon, meist geht es im Herbst wieder los: Es kribbelt und krabbelt auf den Köpfen - Läusealarm! Wie wird man die Plagegeister schnell wieder los?

Kopfläuse erkennen

Am besten erkennt man Kopflausbefall an den festsitzenden Eiern. Die haften meist sehr dicht am Haaransatz und lassen sich am besten mit einem Nissenkamm aus der Apotheke entfernen. Bei langen Haaren sind die Eier oft versteckt auf der zur Kopfhaut zugewandten Seite. Besonders sorgfältig sollte man an den Schläfen, hinter den Ohren und im Nacken suchen. Im Zweifel sollte man einen Arzt zu Rate ziehen. Wenn der Lausbefall diagnostiziert ist, sollten auf jeden Fall Kindergarten, Schule etc. informiert werden, damit andere Eltern die Haare ihrer Kinder mit speziellen Shampoos waschen können. So kann eine großflächige Ausbreitung des Befalls vermieden werden.

Wie sehen sie aus?

Kopflaus (Foto: dpa)
Computerbild einer Kopflaus

Die etwa drei Milimeter kleinen Plagegeister sehen Filz- und Kleiderläusen sehr ähnlich. Der Chitinpanzer erscheint transparent, färbt sich aber im Laufe des kurzen Lebens weißgrau bis bräunlich. Mit dem dolchartigen Rüssel ritzt der Parasit die Kopfhaut seines Wirtes auf, um an dessen Blut zu gelangen. Übrigens sind sie kleine Tarnkünstler. Sie passen sich ihrer Umgebung an, um nicht so schnell gefunden zu werden. Das heißt in blondem Haar sind sie eher hell und bei braunem eher dunkel.

Die drei Läuse-Entwicklungsstadien

Kopfläuse leben etwa vier Wochen. In dieser Zeit durchlaufen sie drei Entwicklungsstadien.

Nissen: Nach der erfolgreichen Paarung legen die Weibchen die Nissen (Lauseier) in maximal einem Zentimeter entfernung zur Kopfhaut ab. Da sie sich nicht einfach durch Waschen entfernen lassen, sind sie so von Schuppen zu unterscheiden.

Larve: In diesem Stadium stößt der Nachwuchs die Eihülle ab und beginnt sich langsam fortzubewegen. Um sich weiterzuentwickeln fangen die Jungen auch direkt mit dem Blutsaugen an.

Erwachsene Laus: Nach etwa zehn Tagen sind die Parasiten geschlechtsreif und die Weibchen legen Nissen ab. In der etwa vierwöchigen Lebensdauer legen die Läuseweibchen etwa 140 bis 300 Nissen ab.

Wie werden sie übertragen?

Kopfläuse wandern von Kopf zu Kopf. Menschen können sich nur untereinander anstecken, denn an Haustieren haben die Plagegeister kein Interesse. Daher sind oft Kinder die Leidtragenden, wenn sie beispielsweise beim Spielen die Köpfe zusammenstecken. Zwar ist die Ansteckung auch über Gegenstände wie Mützen, Kämme u.ä. möglich, aber eher selten.

Richtig behandeln

Mit einfachen Shampoos und Spülungen ist es bei Läusen nicht getan, aber der radikale Griff zum Rasierer ist nicht notwendig. Um Kopfläuse loszuwerden, sind spezielle Wirkstoffe notwendig. Wichtig ist, dass zuvor ein Arzt konsultiert wird, denn einige Insektizide sind gefährlich für Kleinkinder und Säuglinge. Bei der Behandlung sollte man auch darauf achten, die Mittel korrekt anzuwenden. Zu kurze Einwirkzeiten sind weniger hilfreich. Außerdem sollte das richtige Behandlungsschema eingehalten werden. Das Robert Koch Institut empfiehlt für alle Mittel eine zweite Behandlung an Tag neun.

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Anti-Läuse-Mittel im Stiftung-Warentest
Audio [SR 1, (c) SR 1, 30.08.2018, Länge: 02:13 Min.]
Anti-Läuse-Mittel im Stiftung-Warentest
Welche Anti-Läuse-Mittel helfen? Die Stiftung Warentest hat zwölf solcher Mittel getestet. Lea Lukas von Stiftung Warentest dazu im Gespräch mit Christian Balser und Kerstin Mark auf SR1.

Welche Mittel sind zur Behandlung geeignet?

Stiftung Warentest hat zwölf Mittel getestet. Die Hälfte wurde als geeignet eingestuft, jedoch gibt es bei manchen Einschränkungen. Die Tester kamen zu folgendem Ergebnis:

Geeignet:

Dimet 20, EtoPril und Jacutin Pedicul Fluid

Auch geeignet:

Goldgeist forte, Infecto Pedicul, Mosquito Med Läuseshampoo

Mit Einschränkungen geeignet:

Licener, Linicin, Nyda, Ndya Plus

Wenig geeignet:

Jacutin Pedicul Spray, SOS Läuseshampoo

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Hausmittelchen helfen nicht
Audio [SR 1, (c) SR 1 , 30.08.2018, Länge: 02:40 Min.]
Hausmittelchen helfen nicht
Sind die Läuse erst einmal da, wird man sie nicht so schnell wieder los. Doch helfen Aktionen wie Kuscheltiere ins Gefrierfach oder den kompletten Kleiderschrank-Inhalt zu waschen? SR 1-Redakteurin Isabelle Tentrupp hat auch als erfahrene Mutter die besten Tipps gegen den Lausbefall zusammengestellt.

Weiterführende Infos:


Auch Thema auf SR 1 in der Sendung "Balser & Mark. Dein Morgen" am 30.08.2018.

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