Paris (Foto: Pixabay/cocoparisienne)

Paris ist Lärmsündern auf der Spur

  01.10.2019 | 07:28 Uhr

Lärm macht krank. Und der Verkehrslärm trägt dazu einiges bei. In Paris werden daher jetzt Lärm-Blitzer getestet, die die Übeltäter identifizieren sollen. Noch ist das Ganze in der Erprobung, später sollen aber auch Strafen verhängt werden.

Paris ist Lärmsündern auf der Spur
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Paris ist Lärmsündern auf der Spur

Paris ist nicht nur für seine Sehenswürdigkeiten berühmt, in der französischen Hauptstadt sorgt der Verkehr auch für eine beachtliche Geräuschkulisse. Verkehrsteilnehmern, die durch übermäßige Lautstärke auffallen, soll es daher in Zukunft an den Kragen gehen. Mit neuartigen 'Lärm-Blitzern' will die Stadt den Krachmachern auf die Spur kommen. Deshalb hängen neuerdings seltsame Geräte an bestimmten Stellen: Die Lärm-Blitzer bestehen aus einer Kamera in der Mitte, die von vier Mikrofonen umgeben ist, die den Dezibelpegel messen. Damit lässt sich ein räumliches Bild von einer Lärmquelle erstellen und festhalten, mit welchem Lärmpegel zum Beispiel ein Motorrad gerade vorbeigeknattert ist. Wegen ihrer ungewöhnlichen Form haben die Geräte schon den Spitznamen 'méduse' - 'Qualle' - bekommen. Auch das Nummerschild des Sünders soll gescannt werden, sodass der Halter ermittelt und bestraft werden könnte. Aber so weit ist es noch nicht.

Zwei Jahre Testphase

Wie laut ist eigentlich zu laut? Diese Frage soll zunächst geklärt werden. Deshalb sollen die Geräte auch nicht nur den Verkehrslärm messen. Sie wurden zum Beispiel auch an Baustellen aufgehängt. Auch in Party-Vierteln wird die Lämbelastung gemessen. Den Feiergästen und der Gastronomie gefällt das nicht so sehr, den Anwohnern dagegen umso mehr.

Später gibt's Knöllchen

Wenn die Testphase abgeschlossen ist und bestimmte Lärmgrenzen definiert worden sind, dann will Paris die Lärmsünder auch zur Rechenschaft ziehen. Die Fahrer von hochgetunten Motorrädern oder lautstarken Sportwagen können sich also schon jetzt auf künftige Knöllchen gefasst machen, die sicher nicht ganz billig sein werden. Allerdings muss das Ganze zuvor erst noch Gesetz werden.


Auch Thema auf SR 1 am 01.10.2019 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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