Gesundheitskarten verschiedener Krankenkassen liegen auf einem Tisch.  (Foto: picture alliance / Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa)

Krankenkassenwechsel leicht gemacht

Karin Mayer   30.12.2020 | 10:00 Uhr

Die Corona-Pandemie ist teuer für die gesetzlichen Krankenkassen. Zum Jahresende lohnt sich deshalb ein Blick auf den Beitrag und die Zusatzbeiträge. Wer eine günstigere Kasse wählen will, hat es ab 2021 leichter.

Ab 2021 können gesetzlich Versicherte ihre Krankenkasse leichter wechseln. Schon nach zwölf Monaten können die Kunden sich eine neue Kasse suchen. Bisher war der Wechsel frühestens nach 18 Monaten möglich.

Ein Krankenkasselwechsel geht 2021 leichter
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Ein Krankenkasselwechsel geht 2021 leichter

Zudem genügt es, eine neue Kasse zu wählen und dort einen Mitgliedsantrag zu stellen. Die neue Krankenkasse kümmert sich um die Kündigung. Bisher waren die Versicherten beim Wechsel selbst für die Kündigung zuständig.

Wichtig beim Kassenwechsel: Der Versicherte braucht eine Bestätigung von der neuen Krankenversicherung und muss den Arbeitgeber informieren.  

Preisvergleich lohnt sich 

Wegen der Corona Pandemie steigen bei vielen Anbietern die Zusatzbeiträge. Ein Plus von 0,5 Prozent ist durchaus möglich. Alisa Kostenow von der Stiftung Warentest hat sich die Kosten genauer angeschaut. Bei einem Einkommen von 3000 Euro im Monat könnten Versicherte mit dem günstigsten Tarif 180 Euro sparen, wenn sie vorher beim teuersten Anbieter waren. 

www.gesetzlichekrankenkassen.de
Vergleichsportal für Gesetzliche Krankenkassen

Auch das Vergleichsportal der gesetzlichen Kassen liefert Ergebnisse zu möglichen Einsparungen. Informationen darüber veröffentlichen die gesetzlichen Krankenkassen: 

Zusatzleistungen 

Die meisten Leistungen der Krankenkassen sind gesetzlich geregelt. Trotzdem gibt es unterschiedliche Zusatzleistungen. Sie können beim Kassenwechsel den Ausschlag geben. Wer beispielsweise auf Osteopathie-Leistungen wert legt, sollte beim Wechsel darauf achten, sagt Alisa Kostenow von der Stiftung Warentest. Auch der Zuschuss zur Zahnreinigung kann entscheidend sein. 

Einfacher zum Bonus

Ab 2021 genügt eine gesundheitsfördernde Maßnahme, um einen Bonus der Krankenkasse zu bekommen. Den bekommt man für Impfungen, für Vorsorgeuntersuchungen oder für Gesundheitskurse. Das Bonusprogramm wird auf der Homepage der jeweiligen Kasse veröffentlicht.

Elektronische Patientenakte als App 

Ab 2021 sind die Kassen verpflichtet, die elektronische Patientenakte als App zur Verfügung zustellen. Weil die Ärzte bis Ende Juni 2021 und Krankenhäuser bis 2022 Zeit haben, sie umzusetzen, wird es wohl noch einige Zeit dauern, bis alle Versicherte sie nutzen können. Alisa Kostenow von Stiftung Warentest glaubt, dass die elektronische Patientenakte ein Vorteil sein kann. Wer viele Medikamente nimmt, kann Behandlungspläne und Untersuchungsergebnisse einfach aufbewahren und beim Arzt vorlegen. 

Kündigungsfristen 

Obwohl man nicht selber kündigen muss, gelten Fristen. Wer eine neue Kasse gefunden hat, kann zum Ende des übernächsten Monats wechseln. Zum Beispiel: Wer im Januar kündigt, kann frühestens ab 1. April Mitglied in der neuen Kasse sein.

Steigt der Zusatzbeitrag, so gilt weiterhin ein Sonderkündigungsrecht. Ebenso, wenn die Kasse erstmals einen Zusatzbeitrag erhebt. 


Auch Thema auf SR 1 am 30.12.2020 in der Sendung 'Dein Vormittag im Saarland'.

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