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Kontaktlos mit Karte zahlen

Peter Sauer/Onlinefassung: Susanne Armbruster   18.02.2019 | 00:00 Uhr

Neue Kreditkarten und Girocards sind mit Near Field Communication (NFC) ausgestattet. Damit kann man zahlen, ohne die Karte aus der Hand geben zu müssen. Wie funktioniert NFC und was sollte man beachten?

Rund 820.000 Bezahl-Terminals gibt's laut Handelsverband HDE deutschlandweit, davon sind etwa 64 Prozent NFC-fähig. Bis Ende diesen Jahres geht der HDE von 100 Prozent aus. NFC ist bei uns in Deutschland noch relativ neu.

Das Wichtigste in Kürze

Ob die Kreditkarte oder Girocard (EC-Karte) NFC-fähig ist, erkennt man am Wellensymbol auf der Karte. Kontaktlos bezahlen kann man im Laden, wenn der Händler diese Möglichkeit anbietet. Ein Wellensymbol ist in der Regel in der Nähe des Bezahlterminals angebracht. Das Bezahlen mit NFC ist einfach: Man hält die Karte oder das Smartphone für einen kurzen Moment an das Zahlterminal.

Sicherheit

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Bei den Transaktionen mit Nahfunk werden nur Daten übermittelt, die zur Abwicklung der Bezahlung wirklich notwendig sind. Also der Betrag und die Kartennummer werden ans System des Kaufhauses gesendet - kontaktlos und verschlüsselt. Persönliche Daten wie zum Beispiel Namen oder Adresse werden nicht übertragen.
Prinzipiell sagen Experten, die Technik sei sicher. Natürlich gibt es – vor allem bei digitalen Technologien – keine hundertprozentige Sicherheit. Ein versierter Hacker könnten den NFC-Chip auslesen. Aber: Dazu müsste er schon fast Körperkontakt aufnehmen. Denn die NFC-Technik funktioniert nur bis zu maximal 10 Zentimeter Abstand. Für die ganz Sicherheitsbewussten: Es gibt mittlerweile immer mehr Geldbeutel, die einen Schutz für Bankkarten eingebaut haben. Ist wie eine Art faradayscher Käfig. Damit sind die Karten sicher. Wer Bedenken hat, kann bei NFC-Karten das kontaktlose Bezahlen bei einigen Banken und Sparkassen abschalten lassen. Einfach die entsprechende Bank oder Sparkasse fragen. Beim Smartphone oder der Smartwatch kann man NFC ganz einfach ausschalten. Das sollte man – ähnlich wie bei Bluetooth – auch wirklich nur einschalten, wenn man es braucht.

Tipps für die Sicherheit

  • Manche Zahlungs-Apps für Smartphones bieten an, über die Transaktionen zu benachrichtigen, beispielsweise per SMS.
  • Mehrere NFC-Karten übereinander legen. Dies erschwert unberechtigtes Auslesen.
  • Für die NFC-Karten kann man eine Schutzhülle verwenden. Diese werden von manchen Kreditinstituten auf Nachfrage kostenlos ausgegeben.

Was tun bei Kartenverlust?

Sollte man seine Bank- oder Kreditkarten verlieren, gilt natürlich: Die Karten möglichst schnell sperren zu lassen. Das ist bei NFC besonders wichtig, denn bis zu 20 Euro kann man mit Bankkarten ohne PIN zahlen. Bei Kreditkarten sind je nach Anbieter Zahlungen bis 25 oder sogar 50 Euro ohne PIN möglich. Das heißt, bei Verlust der Karte wäre ein Missbrauch in kleinem Ausmaß recht einfach möglich.

Alllgemeiner Sperrnotruf:

  • Bankleitzahl, Kontonummer, Kreditkartennummer bereithalten.
  • Zentraler Sperr-Notruf Inland: 116 116 (kostenfrei)
  • Zentraler Sperr-Notruf Ausland: +49 116 116 (gebührenpflichtig)
  • Bei Diebstahl oder Raub: Anzeige bei der Polizei erstatten.

Weitere Informationen

Eine Übersicht der Verbraucherzentrale Saarland informiert über die verschiedenen Technologien und deren Vor- und Nachteile.

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