Kinder in einer Kita spielen mit Spielgeld (Foto: SR)

Kita-Beiträge sollen sinken

  14.05.2019 | 14:25 Uhr

In Rheinland-Pfalz sind die Kitas kostenlos. Im Saarland sollen sie zumindest günstiger werden als bisher. Um Eltern finanziell zu entlasten, hat der Landtag einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht: Bis August 2022 sollen die Kita-Gebühren schrittweise um die Hälfte gesenkt werden.

Was bedeutet die Senkung der Kita-Gebühren?
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Was bedeutet die Senkung der Kita-Gebühren?
Carolin Dylla aus der SR-Landespolitikredaktion hat sich das genauer angesehen.

Eltern tragen nur einen Teil der Kita-Kosten; der ist gesetzlich geregelt

Der Elternbeitrag orientiert sich an den Personal-Kosten einer Kita. Die sind auch der größte Kostenfaktor. Der Elternanteil darf höchstens ein Viertel der Personalkosten betragen, so steht es im Saarländischen Kinderbetreuungs- und Bildungsgesetz. Dieser Prozentsatz wird nicht immer komplett ausgereizt, liegt bei den kommunalen Kitas aber in den meisten Fällen zwischen 20 und 25 Prozent. Die restlichen Kosten teilen sich Landkreis, Träger und Kommune.

Landtagsbeschluss: Die Eltern sollen entlastet werden

Der Elternanteil wird reduziert von bisher maximal 25 Prozent auf maximal 12,5 Prozent der Personalkosten, das bedeutet für die Eltern eine Halbierung der Kosten. Allerdings nicht auf einmal, sondern schrittweise bis zum August 2022.

Kostensenkung in mehren Schritten

In einem ersten Schritt werden die Elternbeiträge zum 1. August 2019 um vier Prozentpunkte gesenkt. In den beiden folgenden Jahren kommen dann immer im August noch einmal jeweils vier Prozentpunkte an Entlastung hinzu, und zum Kita-Jahr 2022/23 noch ein halber Prozentpunkt. Dann zahlen die Eltern nur noch halb so viel wie heute.

Die Finanzierung übernimmt das Land

Den Teil der Kita-Personalkosten, den die Eltern nicht mehr zahlen müssen, übernimmt das Land. Das Geld dafür kommt aus dem neuen bundesweiten Gute-Kita-Gesetz und aus zusätzlichen Landesmitteln.  

Gilt für kommunale, kirchliche und private Kitas

Die Regelung gilt für alle Träger. Die Umsetzung der Stufen könnte mancherorts allerdings kompliziert werden. Denn bei den kommunalen Trägern nehmen nicht alle die vollen 25 Prozent der Personalkosten als Elternbeitrag. Das heißt, wenn eine Kommune schon heute nur 21 Prozent nimmt, was ja mit der ersten Stufe der Absenkung im August erreicht wird, dann ist fraglich, ob und wie diese Kommune diese erste Stufe weitergeben kann.

Der prozentuale Anteil des Elternbeitrags sagt zudem nur bedingt etwas über die tatsächliche Höhe aus. Die fällt nämlich je nach Wohnort schon mal sehr unterschiedlich aus. In Merzig zum Beispiel zahlen Eltern für einen Ganztagsplatz von 7 bis 17 Uhr 202 Euro im Monat; in Lebach 183 Euro; in Bexbach 168 Euro. In Saarbrücken kostet ein Krippenplatz ganztags 368 Euro im Monat, ein Kindergartenplatz 182 Euro. In Mettlach kostet ein Krippenplatz 366 Euro, ein Kitaplatz 161 Euro monatlich. In Holz, Kutzhof, Heusweiler zahlt man für den Krippenplatz 361 Euro, für den Tagesstättenplatz 165 Euro jeden Monat, in Namborn für die Krippe 339 Euro und für die Kita 167 Euro. In der Regel sind die Kosten für das zweite, dritte, vierte Kind jeweils deutlich günstiger.

Sonderfall Wadgassen

Die Gemeinde hat Anfang des Monats mitgeteilt, dass sie den Elternbeitrag zum 1. August sogar um 10 Prozent senken kann – also deutlich stärker, als es der Plan der Landesregierung vorsieht. Das liegt laut Bürgermeister Sebastian Greiber aber an der besonderen Trägerstruktur: Denn Wadgassen hat vor knapp drei Jahren ein kommunales Trägerunternehmen gegründet; dort sind alle Einrichtungen bis auf eine zusammengefasst. Das erlaubt, Personal effizienter einzusetzen, die unterschiedlich hohen Kosten in den einzelnen Einrichtungen auszugleichen – und so eben, die Elternbeiträge zu senken.

Also: die Höhe der Elternbeiträge ist eine echt komplizierte Sache, die je nach Träger, Kommune und vor allem auch Angebot schwankt.


Kita-Gebühren als finanzielle Herausforderung
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Kita-Gebühren als finanzielle Herausforderung
SR Reporter Carl Rolsholven hat Thomas besucht. Er hat zwei Kinder, und die Kita-Gebühren sind für ihn schon ein finanzielles Problem.

Hintergrund

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Niedrigere Kita-Beiträge beschlossen
Kitaplätze werden für Eltern günstiger. Der Landtag hat eine Halbierung der Beiträge formal auf den Weg gebracht. Allerdings nicht auf einen Schlag - die Beiträge sinken schrittweise.

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Kita-Beiträge sinken ab 1. August
Gleich mehrere Hundert Euro monatlich kostet ein Krippenplatz im Saarland - für Familien oft eine große finanzielle Belastung. Die Große Koalition will die Gebühren deshalb bis 2022 schrittweise halbieren. Der Anfang wird nach den Sommerferien gemacht.

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