Kinder sitzen auf einer Bank im Kindergarten (Foto: pixabay/tolmacho)

KiTas vor dem Neustart

  10.06.2020 | 21:14 Uhr

Am 8. Juni ist Stichtag: Dann soll der eingeschränkte Regelbetrieb in den saarländischen KiTas starten. Dort müssen strenge Auflagen erfüllt werden. Wie das die Kita in Ottweiler geregelt hat, hat Isabel Sonnabend in Erfahrung gebracht.

Strenge Vorgaben

Ab Montag: KiTas starten mit eingeschränktem Regelbetrieb
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Ab Montag: KiTas starten mit eingeschränktem Regelbetrieb

Das Sozialministerium hat den KiTa-Trägern einen umfangreichen Katalog an die Hand gegeben mit Empfehlungen für den Start des eingeschränkten Regelbetriebs. Dazu gehören unter anderem:

  • Hygienevorgaben : Die Räume müssen regelmäßig gereinigt werden, insbesondere Türklingen, Handläufe, Tische u.s.w.

  • Mundschutz: Wenn die Kinder gebracht oder abgeholt werden, müssen Eltern und Personal dabei eine Mund-Nasen-Abdeckung tragen

  • Wegekonzept: Eltern sollen sich möglichst nicht begegnen

  • Keine Durchmischung: Es sollen kleine Gruppen gebildet werden, denen eine bestimmte Bezugsperson zugeordnet wird. Kinder verschiedener Gruppen dürfen sich nicht mischen und auch nicht draußen zusammen spielen. Auch die Erzieher dürfen die Gruppe nicht wechseln. So sollen ggf. Infektionsketten schnell und leicht nachvollziehbar sein.

Nun muss jede KiTa für sich überlegen, wie sie mit den gegebenen Räumlichkeiten und dem vorhandenen Personal diese Vorgaben umsetzen kann. Daher ist zu erwarten, dass am Montag noch nicht alle Kinder in ihre KiTa zurückkehren können. Das gilt zum Beispiel für Saarbrücken. Anders ist es beispielsweise in Schwalbach: Dort können die drei kommunalen KiTas alle Kinder wieder aufnehmen - allerdings bei kürzeren Öffnungszeiten. Wer sein Kind in die KiTa bringen darf, wird von der KiTa direkt informiert.

Beispiel Ev. Kindergarten in Ottweiler

Barbara, die Leiterin, freut sich auf die Kinder. Der evangelische Kindergarten in Ottweiler nimmt nach der Notbetreuung nun auch wieder den eingeschränkten Regelbetrieb auf. Es gibt drei Gruppen, die auf unterschiedlichen Wegen in die Kita kommen. Außerdem bleibt jede Gruppe zusammen in einem Raum.

Beispiel KiTa Biber

Auch in der KiTa Biber der Lebenshilfe Saarbrücken soll am 8. Juni der Alltag wieder einkehren. Die Vorgaben erschweren das allerdings sehr. Gabi Hessemer ist dort Bereichsleiterin; sie kümmert sich darum, dass die geforderten Auflagen umgesetzt werden und die Hygienemaßnahmen greifen.

"Eingeschränkter Regelbetrieb" sorgt für Probleme
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"Eingeschränkter Regelbetrieb" sorgt für Probleme

Eines steht schon fest: Die KiTa hat nicht genug Personal, um alle Kinder wieder aufnehmen zu können. Denn jeder Betreuer hat eine feste Gruppe, die nicht durchmischt werden darf. Deshalb ist es für die Erzieher nicht möglich, zum Beispiel als Urlaubs- oder Krankheitsvertretung zu einer anderen Gruppe zu wechseln.

Zumindest die Abläufe für den ersten Tag sind schon klar geregelt. Die Eltern, die ihre Kinder in die KiTa bringen, müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Am Eingang steht ein Handhygienespender bereit. Die Kinder werden vom jeweiligen Betreuer übernommen, der ebenfalls einen Mundschutz trägt. Er bringt die Kinder in die Gruppe. Um Begegnungen mit anderen zu vermeiden, gehen die Eltern einen separaten Ausgang hinaus.

In der Gruppe selbst muss niemand eine Maske tragen. Die Kinder nicht, und den Betreuern ist es freigestellt; die haben sich aber dazu entschlossen, bei den Kindern keine Maske anzulegen. Denn vor allem Babys und Kleinkinder müssen die Mimik der Bezugsperson sehen können und wären durch die Maske sehr irritiert.

Schon seit mehreren Wochen gibt es in der KiTa Biber eine Notbetreuung. Hier haben sich die Kinder recht schnell an die neue Situation gewöhnt. Darauf hofft Gabi Hessemer auch beim Neustart. Das Team ist in der Umsetzung der Hygienemaßnahmen bereits eingespielt. In die Armbeuge niesen oder die richtige Handhygiene gehören mittlerweile zum pädagogischen Alltag. Was aber in keinster Weise möglich ist, ist das Einhalten von Abständen, wenn die Kinder spielen.

Auch im Freien dürfen die Gruppen nicht vermischt werden und deshalb nicht zusammen spielen. Mit großem Aufwand muss daher das Außengelände in kleine Parzellen aufgeteilt werden, damit die Grupen miteinander nicht in Kontakt kommen.

Weitere Informationen

Saarland
Eingeschränkter Regelbetrieb der Kitas startet
In den Kitas im Saarland ist heute der sogenannte "eingeschränkte Regelbetrieb" gestartet. Das Familien- und das Bildungsministerium sowie die Kita-Träger wiesen allerdings darauf hin, dass trotz der Ausweitung des Angebots nicht alle Kinder ab heute wieder betreut werden können.


Weiterhin viele Fragen zum Kita-Start
Am Montag startet in den saarländischen Kitas der eingeschränkte Regelbetrieb. Grundsätzlich heißt das: Eltern erhalten ihren Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz zurück. Ob aber jedes Kind schon am Montag wieder in die Kita kann, ist fraglich. Am Donnerstag hat der Bildungsausschuss des Landtags das Thema noch einmal diskutiert


Öffnungsvorgaben stellen Träger vor Probleme
Nicht alle Kita-Kinder können zurückkehren
Am Montag startet der eingeschränkte Regelbetrieb in Kitas. Grundsätzlich erhalten damit Betroffene den Rechtsanspruch auf ihren Kitaplatz zurück. Bis tatsächlich alle Kinder wieder zurück können, wird es aber wohl noch etwas länger dauern.


Bildungsministerium in Vorbereitung
Eingeschränkter Kita-Regelbetrieb ab 8. Juni
Saarlands Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) plant ab dem 8. Juni einen eingeschränkten Kita-Regelbetrieb zu ermöglichen. Gespräche mit Jugendämtern und Trägern sollen in dieser Woche aufgenommen werden.


Auch Thema auf SR 1 am 04.06.2020 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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