Zwei Personen mit Smartphones in den Händen (Foto: pixabay/terimakasih0)

Kinderschutz-Apps im Test

  28.08.2020 | 23:10 Uhr

Kinderschutz-Apps sollen Eltern helfen, die Mediennutzung ihrer Kinder zu steuern. Stiftung Warentest hat neun Programme unter die Lupe genommen. Nur zwei schnitten dabei gut ab.

Wenn die Kinder ihr erstes Smartphone oder Tablet bekommen, beginnen bei den Eltern die Sorgen. Was stellen die Kinder damit an? Wo sind sie im Netz unterwegs? Wie kann man sie vor den Gefahren schützen?

Deshalb gibt es Kinderschutz-Apps. Sie werden auf dem Handy des Kindes installiert und auf dem der Eltern. Sie können die Nutzungszeit begrenzen, den Browserverlauf protokollieren, bestimmte Webseiten blockieren wie auch die Ausführung nicht altersgerechter Apps. Viele verfügen auch über eine Standortverfolgung per GPS-Signal, manche informieren die Eltern sogar, sollte das Kind einen vereinbarten Weg verlassen.

Kinderschutz-Apps im Test
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Kinderschutz-Apps im Test

Stiftung Warentest hat sieben Kinderschutz-Apps sowie die kostenlosen Kinderschutz-Funktionen der Betriebssysteme Apple iOS und Google Android geprüft. Untersucht wurden dabei die Funktionen, die Einstellungsmöglichkeiten, die pädagogische Unterstützung der Eltern sowie der Datenschutz.

Gut und günstig

Das Ergebnis des Tests: Die günstigen Apps liegen vorne, die teuren hinten, erklärt Simone Vintz von Stiftung Warentest. So kostet der Testsieger 'Salfeld' gerade mal 20 Euro pro Jahr und Gerät. Er hat in allen geprüften Disziplinen den Test bestanden. Endnote: Gut. Insbesondere hat diese App durch die pädagogische Unterstützung der Eltern überzeugt. Denn auch Eltern brauchen Anleitung, damit aus ihrer Kontrolle keine Überwachung wird, die das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kind zerstören könnte.

Die Kinderschutz-App Famisafe von Wondershare dagegen, so Vintz, hat die Tester nicht überzeugt, obwohl sie mit einem Preis von mehr als 70 Euro pro Jahr das teuerste Programmen im Test war. Trotzdem gab es für das viele Geld nicht einmal eine kostenlose Testversion, keine guten Einstellungsmöglichkeiten, Probleme beim Datenschutz und vor allem keinerlei pädagogische Unterstützung für die Eltern.

Insgesamt erhielten zwei Apps die Note 'Gut, drei bekamen ein 'Befriedigend' und vier waren nur 'Ausreichend'. Die meisten Apps haben im Test fehlerfrei gearbeitet und ließen sich kaum aushebeln.

Das Kind anleiten

Wer seinem Kind ein Smartphone anschafft, sollte grundlegende Regeln aufstellen. (Foto: Pixabay/3dman_eu)

Kinderschutz-Apps können Eltern helfen. Einen vollkommenen Schutz können aber auch sie nicht bieten. Denn sie können zum Beispiel keine direkten Kontakte verhindern, die zum Beispiel über Spiele entstehen, und auch nicht vor Mobbing und ähnlichem schützen, erklärt Simone Vintz.

Deshalb sei es wichtig, solche Apps nicht zu nutzen ohne mit dem Kind darüber zu sprechen und ihm altersgerecht die Gefahren des Internets zu erklären, so Vintz. Dann können Kinder mit den Jahren eine digitale Indentität entwickeln und Medienkompetenz erwerben, damit sie später mit dem Internet erwachsen umgehen, Lockangebote erkennen und Gefahren einschätzen können.

Weitere Informationen auch im Test-Heft 9/20.

Auch Thema auf SR 1 am 28.08.2020 in der Sendung 'Dein Vormittag im Saarland'.

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