Ein Junge macht zuhause mit seiner Mutter am Schreibtisch Hausaufgaben. (Foto: picture alliance/dpa/Europa Press/Eduardo Parra)

Extra Kinderkrankentage - ohne Attest

mit Informationen von Hauptstadt-Korrespondentin Isabel Reifenrath   13.01.2021 | 17:20 Uhr

Für Familien gibt es nun mehr Klarheit bei den geplanten zusätzlichen Kinderkrankentagen in diesem Jahr. Der Anspruch besteht auch für die Corona-bedingte Kinderbetreuung zu Hause. Allerdings gilt er nur für gesetzlich Versicherte.

Das Bundeskabinett hat die Erweiterung von 10 auf 20 Tage pro Kind und Elternteil beziehungsweise von 20 auf 40 Tage pro Kind bei Alleinerziehenden auf den Weg gebracht. Der Anspruch soll demnach bestehen, wenn ein Kind zu Hause betreut werden muss, weil Schulen oder Kitas pandemiebedingt geschlossen sind, die Präsenzpflicht in der Schule aufgehoben oder der Zugang zum Betreuungsangebot der Kita eingeschränkt wurde. Die neue Regelung soll rückwirkend ab dem 5. Januar 2021 gelten. Zunächst muss noch der Bundestag darüber entscheiden.

Zusätzliche Kinderkrankentage - Antworten auf die wichtigsten Fragen

Wer hat Anspruch auf die zusätzlichen Kinderkrankentage?

Anspruch haben Eltern, die selbst und deren Kinder gesetzlich versichert sind und die niemanden im eigenen Haushalt haben, der auf das Kind aufpassen könnte. Die Kinder dürfen nicht älter als zwölf Jahre sein, es sei denn, sie haben eine Behinderung. Dann gilt die Regelung auch für Kinder über zwölf Jahre.

Wann haben Eltern Anspruch auf die Kinderkrankentage?

Wenn Schulen und Kitas geschlossen sind, die Präsenzpflicht an der Schule oder für die Klasse ausgesetzt wurde, die Ferien verlängert sind, aber auch, wenn die Kita ihr Betreuungsangebot nur eingeschränkt hat. Und selbst die Empfehlungen der Behörden, die Kinder zu Hause zu lassen, soll als Begründung reichen. Und auch Eltern, die Homeoffice machen können, haben ausdrücklich Anspruch auf diese freien Tage.

Wie viele zusätzliche Kinderkrankentage gibt es?

Wegen der Corona Pandemie hat jedes Elternteil in diesem Jahr Anspruch auf 20 Tage Kinderkrankengeld pro Kind, das sind doppelt so viele wie sonst. Alleinerziehende haben Anspruch auf 40 Tage pro Kind.

Muss mein Kind krank sein?

Nein. Sowohl die bisherigen als auch die zusätzlichen Kinderkrankentage können jetzt für die Betreuung der Kinder während der Pandemie genutzt werden.

Wie beantrage ich die Kinderkrankentage?

Statt einer Krankschreibungen von der Kinderärztin brauchen Eltern eine Bescheinigung von der Schule oder Kita, dass sie ihre Kinder wegen der Corona-Pandemie zu Hause lassen.

Wie werden die Kinderkrankentage finanziert?

Die Bundesregierung will die Kosten übernehmen und dafür 300 Millionen Euro zusätzlich in die Gesundheitsfonds der Krankenkassen einzahlen. Sollten die Kosten höher ausfallen, wird der Bund sie später ausgleichen.

Was ist der Vorteil zum Corona-Sonderurlaub?

Beim Corona-Sonderurlaub müssen Eltern mit einer Entschädigung von 67 Prozent des Nettogehalts rechnen. Beim Kinderkrankengeld verlieren sie weniger Geld. Hier gibt es 90 Prozent des Nettogehaltes. Allerdings gibt es einen Tageshöchstsatz. Im vergangenen Jahr lag der bei rund 109 Euro.

Was ist noch unklar bei der Neuregelung?

Beamte und Privatversicherte haben keinen Anspruch auf Kinderkrankentage. In der großen Koalition scheint es aber noch keine Überlegungen zu geben, auch diese Eltern zu entlasten. Bei Familien mit mehr als zwei Kindern konnte jedes Elternteil bisher maximal 25 Tage pro Jahr beantragen. Wie viele es jetzt maximal sind, ist noch unklar.

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Auch Thema auf SR 1 am 13.01.2021 in den Sendungen 'Dein Vormittag im Saarland' und 'Hallo Saarland' .

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