Ein Diesel-Auto wird betankt (Foto: pixabay/andreas160578)

Tank-Boykott gegen hohe Spritpreise

  23.11.2018 | 12:16 Uhr

Der Ärger über die steigenden Benzinpreise macht sich auch in Deutschland breit. Über Whatsapp und Facebook macht ein Kettenbrief zum Tank-Boykott die Runde. Aber macht dieser Aufruf wirklich Sinn? Und was ist dran an dieser Protestaktion?

Autofahrer sind über die hohen Preise für Diesel und Benzin verärgert. In Frankreich gingen am Wochenende Hunderttausende auf die Straße, um gegen hohe Spritpreise zu protestieren. 'Am kommenden Montag nicht tanken' – dazu ruft ein Kettenbrief im Internet auf, der aktuell über Whatsapp und Facebook verbreitet wird und für Wirbel sorgt:

"Große Protestaktion gegen die steigenden Benzin- und Dieselpreise Montag 26. November keine Tankstellen anfahren, wer tanken muss sollte das Sonntags, am 25. November noch machen. Sende diese Protestaktion an alle deine Kontakte weiter um ein Zeichen gegen die hohen Benzin und Dieselpreise zu agieren."
"Tank-Boykott macht keinen Sinn"
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"Tank-Boykott macht keinen Sinn"

Woher dieser Kettenbrief kommt, kann man nicht genau sagen. Auf jeden Fall wird er nicht nur in Deutschland, sondern auch massiv in Österreich und der Schweiz verbreitet.

Macht dieser Aufruf wirklich Sinn?

Andre Wolf von Mimikama meint: Ein äußerst sinnloser Kettenbrief. Schließlich würde so das Tanken, also das Kaufverhalten, nur von einem Tag auf den anderen verschoben. Größeren Eindruck könnte da schon eher das Ausweichen auf andere Verkehrsmittel wie die Bahn oder das Fahrrad machen oder auch ein Verzicht auf überflüssige Fahrten.

Diese Protestaktion wird keine Auswirkungen auf den Spritpreis haben, denn es wird ja dann früher oder später getankt und zwar zu den Preisen, die eben da sind, meint auch Rainer Wiek von der Fachzeitschrift Energie Informationsdienst.


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