Raketen fürs Silvesterfeuerwerk (Foto: dpa)

Silvesterraketen könnten bald aus den Läden verschwinden

  11.12.2019 | 00:00 Uhr

Erste Läden und Baumärkte wollen zukünftig keine Silversterraketen mehr verkaufen. Zu groß ist die Kritik an dem privaten Feuerwerk: Feinstaubbelastung, Giftstoffe, Müllprobleme und auch das leidende Tierwohl sind dabei die größten Einwände.

Feuerwerk, Böllerei und Raketeten-Lärm - das finden viele ziemlich nervig. Die quälende Lautstärke an Silvester ist vor allem für Haustiere eine große Belastung. Zudem kommt es jedes Jahr zu zahlreichen Unfällen, wenn sich Personen an den zündenden Feuerwerkskörpern verletzen.

Am gravierendsten jedoch ist die Umweltbelastung: Feinstaub geht in die Luft, jede Menge Müll und Chemie in den Boden oder ins Wasser. Deshalb gibt es jetzt schon die ersten Supermärkte und Baumärkte, die den Verkauf von Feuerwerkskörpern einstellen.

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Die Fakten sprechen für sich: 133 Millionen Euro haben die Deutschen Silvester 2018 in die Luft gepulvert. An diesem einzigen Abend werden bis zu 5000 Tonnen Feinstaub freigesetzt - das sind etwa 16 Prozent der jährlichen Feinstaubmenge, die im Straßenverkehr entsteht. Die giftigen Stoffe aus den Feuerwerkskörpern sind eine zusätzliche Belastung. Am 1. Januar gibt es an vielen Orten Feinstaubbelastungswerte von über 1000µg PM10/m3.

Außerdem stellt der Feuerwerksabfall ein Müllproblem dar. Beispielsweise waren es zum Jahreswechsel 2017 in den fünf größten deuschen Städten zusammen 191 Tonnen Plastik und Pappe, oft mit giftigen Druckfarben - Stoffe, die eigentlich als Sondermüll entsorgt werden müssten. Rückstände von Plastik gelangen als Mikroplastik in Böden und ins Wasser, Chemikalien aus abgebrannten Feuerwerkskörper werden durch Regenwasser gelöst und in Boden und Gewässer gespült.

Trotzdem bestehen viele auf ihre Silvestertradition: Feuerwerk zum Jahreswechsel - das gehört eben dazu. Ein Kompromiss wäre, statt privaten Feuerwerken nur noch ein großes innerhalb der Stadt zu organisieren. Auch im Saarland ziehen Supermärkte schon mit: Sie verkaufen tatsächlich nur noch Restbestände der Silvesterraketen.

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Auch Thema auf SR 1 am 11.12.2019 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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