Jogginghose (Foto: SR)

Mit der Jogginghose zum Einkaufen oder ins Büro?

  21.01.2019 | 00:00 Uhr

Heute ist der 'Internationale Tag der Jogginghose'. Das Kleidungsstück hat oder hatte zumindest lange einen schlechten Ruf. Beim Sport und auf der Couch zuhause ist das Tragen völlig normal. Aber kann man diese Hosen auch anziehen, wenn man schnell Brötchen holt, im Supermarkt einkauft, zum Tanken fährt oder sogar zur Arbeit geht?

Je enger die Jogginghose sitzt, desto akzeptabler
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Je enger die Jogginghose sitzt, desto akzeptabler

Für Mode-Experte Stefan Lindemann von der Zeitschrift 'Glamour' steht fest: "Ich halte es da wie Karl Lagerfeld, der gesagt hat: ,Wenn man eine Jogginghose trägt, hat man die Kontrolle über sein Leben verloren.' Der Journalist würde mit dem Kleidungsstück vielleicht noch schnell zum Discounter rennen, es aber auf keinen Fall bei offiziellen Anlässen tragen.

Trotzdem scheint die gute, alte Sporthose auch in die Modewelt Einzug gehalten zu haben. Zumindest ist das Kleidungsstück immer öfter in Berichten über die neuesten Fashion-Trends und in Online-Shops zu finden: "Jogginghose ist nicht immer gleich Jogginghose", stellt Stefan Lindemann klar. So gebe es inzwischen neben der ausgebeulten Variante, die wohl jeder im Schrank liegen hat, auch Anzüge, die der 'normalen' Jogginghose nachempfunden wurden, die man aber auch zum Meeting tragen kann.

Hip oder einfach nur peinlich?

Aber woran erkennt man, ob die Hose nun trendy und modisch ist? Die aus Kaschmir sind eher für die Coach reserviert, die Guten haben dagegen mehr Schnitt, sind nicht so ausgebeult, haben ein bisschen Stretch drin und sitzen auch ein wenig enger, erklärt der Mode-Experte. Grundsätzlich gelte: "Je besser geschnitten sie ist, umso besser ist meistens die Jogginghose."

Der Preis oder die Marke, von der das Kleidungsstück ist, spiele übrigens oft keine Rolle. Schön geschnittene Jogginghosen gebe es sowohl bei günstigen Läden als auch bei Designern zu kaufen. Ob eine solche Hosen für einen persönlich geeignet ist, komme vielmehr darauf an, welcher Typ man ist und ob einem das steht. "Ein Altersverbot gibt es zwar nicht. Aber ich glaube, man findet ja seinen Stil", so der Experte weiter.

Für diejenigen, die Jogginghosen auch im Job tragen, sei oft deren Sitzkomfort entscheidend. Lindemann: "Wenn man acht Stunden im Büro sitzt will man einfach keine zwickende Jeans anhaben, sondern etwas bequemes."

Fest steht zumindest: Auch auf der Fashion Week in Berlin wurden diese Hosen oft gesichtet - zum Bedauern des Moderedakteurs: "Der Trend wird, glaube ich, bleiben", überlegt er. Bereits in den 90er Jahren waren Jogginghosen angesagt. Wer diese beim Aufräumen noch im Kleiderschrank findet, sollte sie nicht wegwerfen, rät er: "Es kommt alles wieder. Wenn man lange genug wartet, wird alles zum Trend."

Übrigens: Die ersten Jogginghosen kamen bereits in den 1920er Jahren auf den Markt. Émile Camuset hat sie für ein französisches Sportartikel-Unternehmen hergestellt. Damals waren diese Kleidungsstücke jedoch nur einfach gestrickte, graue Jerseyhosen, die es Sportlern ermöglichten, sich bequem zu strecken und zu laufen. 2009 haben schließlich junge Österreicher den 'Internationalen Tag der Jogginghose' ins Leben gerufen, der nun jährlich am 21. Januar gefeiert wird.


Auch Thema auf SR 1 am 21.01.19 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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