Raketen werden am 17. Mai aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. (Foto: picture alliance/dpa/AP | Hatem Moussa)

"Die Angst kommt wellenartig"

  20.05.2021 | 08:45 Uhr

Die Saarländerin Laura Droste ist derzeit für ein Auslandssemester in Israel. Seit dem 10. Mai ist der Konflikt im Nahen Osten erneut aufgeflammt. Es sind schreckliche Bilder, die uns von dort erreichen: Straßenschlachten, Raketenangriffe und zerstörte Häuser. Im SR 1-Interview erzählt die Saarbrückerin, wie sie die Situation erlebt.

Laura Droste aus Saarbrücken ist Studentin der Friedens- und Konfliktforschung. Sie ist für ein Auslandssemester in Be‘er Scheva, einer Großstadt im Süden Israels. Die Stadt liegt rund 30 Kilometer östlich vom Gazastreifen und auch dort sind die Konflikte zwischen Israel und den Palästinensern deutlich spürbar. Tag und Nacht würden die Sirenen losgehen, erzählt Laura von ihren Erlebnissen.

Laura Droste: "Es ist unfassbar schwierig, einen Ausweg zu sehen"
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Laura Droste: "Es ist unfassbar schwierig, einen Ausweg zu sehen"

In jeder Wohnung, auch im Studentenwohnheim, ist ein sogenannter Bomb Shelter, ein Schutzraum. "Wenn die Sirenen losgehen hat man genau eine Minute, um sich in Sicherheit zu bringen", so Droste.

In Israel lernen die Menschen mit der Bedrohung im Alltag zu leben. Jeder Handgriff sitzt, um beim Ertönen des Vorwarnsystems sich so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen. Und auch Droste lernt mit der Situation umzugehen.

Auch ihr Verständnis für Frieden und Sicherheit hat sich verändert. "Hier habe ich nochmal gemerkt: Frieden ist etwas absolut Wertvolles und was unfassbar Zerbrechliches. Man kann nicht mehr ruhig schlafen. Auf einmal bekommt Sicherheit, Freiheit und Frieden eine neue Dimension."

Seit einer Woche lebt sie im Süden Israels, in Eilat. Es war eine richtige Flucht. Sie konnte nicht mehr schlafen in Be‘er Scheva, die Sirenen heulten ruckartig. Nachdem die Bombadierungen im Minutentakt kamen, hat sie ihren Rucksack gepackt und ist in den ersten Bus Richtung Süden gestiegen.

Natürlich macht sich die Familie in Saarbrücken Sorgen. Doch Laura bleibt in Kontakt, sei es telefonisch oder sei es mit ihrem Blog. Keine Option ist es jetzt zurückzukommen, auch wegen Schließung des Flughafens. Eine Rückkkehr ist aber für Ende August geplant.

Ein Thema auf SR 1 in der Sendung "Dein Morgen im Saarland" am 20.05.2021.

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