Häusliche Gewalt (Foto: pixabay /geralt)

Häusliche Gewalt nimmt zu

  25.11.2020 | 19:29 Uhr

Gewalt gehört bei vielen zum Alltag. Tendenz steigend. In der überwiegenden Zahl der Fälle sind Frauen betroffen. Sie können sich unter anderem an die Beratungs- und Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt im Saarland wenden.

Der 25. November ist Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen. Ein Thema, das aktueller ist denn je. Denn häusliche Gewalt ist während der Corona-Pandemie weltweit gestiegen.

Auch bei uns im Saarland geht der Trend nach oben: "Im April 2019 hatten wir 59 Fälle und im April 2020 waren es dann 79. Oktober 2019 waren es 47 Fälle und im Oktober 2020 68 Fälle", erklärt Christine Theisen, Leiterin der Beratungs- und Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt im Saarland. Mit durchschnittlich 15 bis 20 Fällen mehr im Monat im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich eine deutliche Bewegung nach oben.

Gewalt gegen Frauen nimmt zu
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Gewalt gegen Frauen nimmt zu

Dabei handelt es sich laut Theisen um ganz verschiedene Situationen: Einige Frauen lebten schon lange in Gewaltbeziehungen, manchmal seien es auch Eltern, die von ihren Kindern misshandelt werden, oder junge Frauen, die gestalked würden.

Das Thema Gewaltschutz rückt mehr in die Öffentlichkeit

Um das Problem anzugehen, hat sich insgesamt schon einiges getan: So wurde 2002 das Gewaltschutzgesetz beschlossen. Auch die Istanbul-Konvention, die in Europa von vielen Staaten ratifiziert worden ist, hat dazu beigetragen.

Das Thema häusliche Gewalt ist öffentlicher geworden, wodurch Frauen leichter Hilfe finden können und auch eher den Mut haben, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dennoch geht man weiter von einer hohen Dunkelziffer aus.

Betroffenen Hilfe anbieten

Sollte man einen Fall von häuslicher Gewalt mitbekommen, egal ob in der Nachbarschaft oder in der eigenen Familie, so sei es wichtig, das Thema sanft anzusprechen, rät Theisen: Mit "Ich habe da was mitbekommen. Kann es sein, dass du vielleicht Gewalt erlebst?" könne man vorsichtig in das Thema einsteigen. Wichtig sei, keinen Druck auszuüben, denn das könnte sich kontraproduktiv auswirken. Auf jeden Fall solle man nicht wegschauen, sondern Hilfe anbieten. Im Falle von schwerer Gewalt sollte man die Polizei rufen.

Kontaktstellen:


Frauennotruf Saarland

Nauwieserstraße 19
66111 Saarbrücken
Tel: 0681 / 36 76 7
Mail: info@frauennotruf-saarland.de


Sozialdienst katholischer Frauen e.V. - Ortsverein Saarbrücken

Richard-Wagner-Straße 17
66111 Saarbrücken 
Tel: 0681 / 93 62 59 0
Fax: 0681 / 93 62 59 22
Mail: sekretariat@skf-saarbruecken.de


Beratungs- und Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt im Saarland

Haus der Caritas
Richard-Wagner-Straße 17
66111 Saarbrücken
Tel: 0681 / 37 99 61 0
Fax: 0681 / 37 99 61 15

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> Schutz vor Corona - kein Schutz vor Gewalt
Lockdowns in ganz Europa ließen die Zahl von Übergriffen gegen Frauen und Mädchen in die Höhe schnellen. Strafverfolgung und Schutzangebote hinken weit hinter der Krise her, warnen EU und UN.


Auch Thema auf SR 1 am 25.11.2020 in der Sendung 'Stand der Dinge'.

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