Die renovierte Bliespromenade in Neunkirchen (Foto: SR)

Viele Geschäfte in Saar-Städten stehen leer

mit Informationen von Sarah Sassou   29.10.2019 | 08:07 Uhr

In vielen saarländischen Orten sind immer mehr Ladenlokale verwaist. Dazu hat vor allem der Onlinehandel beigetragen. Ein Beispiel für diese Entwicklung ist die Bliespromenade in Neunkirchen, Es gibt aber auch positive Ausnahmen.

Auf der anderen Seite der Innenstadt mit dem Saarpark Center liegt die Bliespromende. Bis in die 90er Jahre eine gute Einkaufsadresse mit Fachgeschäften. Heute ist sie geprägt von Ketten mit preiswerten Verkaufsartikeln. Seit das Saarpark Center vor 30 Jahren eröffnet wurde, sind die inhabergeführten Fachgeschäften in der Innenstadt tatsächlich deutlich weniger geworden. Die, die noch übrig sind, wirken wie exotische Inseln in einem Meer von Shishabars, Billigläden und preiswerten Friseuren.

Eine davon ist ein Sanitätshaus. Wir bedienen eine Nische, das kommt uns zugute, sagt Betriebsleiter Martin Weber. Aber wie sehen dann unsere Städte in Zukunft aus? Stadtplaner und Entwickler Hugo Kern hat darauf keine eindeutige Antwort: "Wir wissen im Moment nicht wo die Reise hingeht. Der Wandel ist so schnell. Man muss vielleicht eine Kombination aus örtlichem Einzelhandel und Onlinehandel angehen." In der Neunkircher Stadtverwaltung ist man sich der Problematik offenbar bewusst. Dort gibt es eine City-Managerin. Und die Bliespromenade ist saniert worden, am Flussufer gibt es nun Terrassen mit Bänken und Bäumen. Ein Platz, um sich zu treffen, für Sommerkonzerte zum Beispiel.

Positives Beispiel: Püttlingen

Seit zwei Jahren berät City-Managerin Karin Telke Menschen, die in der Stadt ein Geschäft aufmachen möchten, mit handfesten Argumenten: "Wenn ich neu eröffne in Püttlingen, ist es möglich, dass ich bis zur Hälfte der Miete erhalte für die Dauer von bis zu einem Jahr, als Startfinanzierung." Noch viel wichtiger als das findet sie, dass sie erreichbar sein muss für diejenigen, die sich auf das Wagnis einlassen wollen, in Zeiten des Onlinehandels Waren oder eine Dienstleistung vor Ort anbieten zu wollen. Wie in fast allen Orten im Land gab es auch mal in Püttlingen andere Zeiten für den Handel, erinnert sich Imke Artis. 1995 eröffnete sie eine Modeboutique in der Innenstadt: "Da war es schwierig ein Geschäft in der Innenstadt zu bekommen, alle waren vermietet."

Freie Auswahl

Als sie ein paar Jahre später in ein größeres Ladenlokal umzog, hatte sie quasi freie Auswahl. Nach und nach machten Läden dicht. Immer mehr Leerstände prägten das Stadtbild. Und jetzt ist es Karin Telkes Aufgaben, etwas dagegen zu tun. Es gelinge ihr gut, nach ihren Angaben stehen von etwa 60 Ladenlokalen nun mehr weniger als zehn leer. Und in den letzten beiden Jahren habe es 14 Neueröffnungen gegeben.


Auch Thema auf SR 1 am 29.10.2019 in der Sendung 'Hallo Saarland'.

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