Ehemaliger Baumarkt in Sinnerthal wird als Impfzentrum eingerichtet (Foto: SR 1 / Marie Kribelbauer)

Saarländische Impfzentren stehen bereit

  09.12.2020 | 00:00 Uhr

Sobald ein Impfstoff zugelassen ist, sollen im Saarland Impfungen gegen Covid19 möglich sein. Dazu wurden drei Impfzentren eingerichtet: in Saarbrücken, Saarlouis und Neunkirchen. Ein viertes baut die Bundeswehr in Lebach.

Das größte Impfzentrum ist auf dem Saarbrücker Messegelände entstanden. Durch die direkte Autobahnanbindung ist das Gelände gut erreichbar, außerdem sind viele Parkplätze vorhanden. In den Messehallen 1 und 2 sollen täglich bis zu 2000 Personen geimpft werden.

Das Impfzentrum in Saarbrücken
Audio [14.12.2020]
Das Impfzentrum in Saarbrücken
SR 1-Reporter Frank Falkenauer hat das größte der drei saarländischen Impfzentren in Saarbrücken besucht.

Ein zweites Impfzentrum wurde in Saarlouis eingerichtet, und zwar im ehemaligen Gebäudekomplex der Firma Braun CarTec, wo auch schon ein Coronatestzentrum betrieben wird. Hier sollen die Einwohner der Landkreise Saarlouis und Merzig-Wadern geimpft werden. Die Vorbereitungen sind soweit abgeschlossen. Das medizinische Personal wird auch bereits geschult - und könnte zur Unterstützung noch einige Mitarbeiter mehr gebrauchen, erklärt Landrat Patrik Lauer.

Das Impfzentrum Saarlouis ist aufgebaut
Audio [15.12.2020]
Das Impfzentrum Saarlouis ist aufgebaut
Matthias Strauß vom Roten Kreuz hat kurz vor der Fertigstellung einen Einblick in die letzten Arbeiten gegeben.

Als Standort für das dritte Impfzentrum wurde ein ehemaliger Baumarkt in Sinnerthal zwischen Neunkirchen und Landsweiler ausgewählt. Das Gelände ist groß, hat eine gute Verkehrsanbindung und viele Parkplätze. Darüber hinaus bietet der frühere Praktiker-Baumarkt mit rund 10 000 Quadratmetern Fläche und mehreren Eingängen gute Voraussetzungen und genügend Platz.

Drittes Impfzentrum entsteht in Neunkirchen
Audio [09.12.2020]
Drittes Impfzentrum entsteht in Neunkirchen
SR 1-Reporterin Marie Kribelbauer hat sich während der Aufbauarbeiten dort umgesehen und mit Alexander Koch, dem Leiter der Stabsstelle Katastrophenschutz in Neunkirchen, über den Stand der Arbeiten gesprochen.


So läuft die Impfung ab

Dieses Impfzentrum soll Anlaufstation sein für die Einwohner der Landkreise Neunkirchen und St. Wendel sowie des Saarpfalz-Kreises. Täglich sollen hier bis zu 1000 Impfungen möglich sein.

Impfzentrum Neunkirchen
Audio [09.12.2020]
Impfzentrum Neunkirchen
Alexander Koch, der Leiter der Stabsstelle Katastrophenschutz in Neunkirchen und der Neunkircher Landrat Sören Meng sind zuversichtlich.

Die laufen folgendermaßen ab, erklärt Alexander Koch, der Leiter der Stabsstelle Katastrophenschutz in Neunkirchen: Am Einlass findet zunächst eine Temperaturmessung statt. Dann wird man am Check-in registriert und in einen ersten Wartebereich geführt. Dort wird man dann in die Impfkabine gebeten. Nach der Impfung geht es in einen zweiten Wartebereich, wo man 30 Minuten lang daraufhin überwacht wird, ob sich Reaktionen auf die Impfung zeigen. Wenn nicht, kann man am Check-out das Impfzentrum wieder verlassen.


Keine Impfpflicht

Die Arbeiten in diesen drei Zentren sollten bis zum 15. Dezember 2020 abgeschlossen sein, damit sofort mit den Impfungen begonnen werden kann, sobald eine Zulassung für den Impfstoff vorliegt. An den drei Standorten sollen dann täglich insgesamt bis zu 4.000 Menschen geimpft werden. Der Impfstoff, der bei einer Temperatur von unter -70° C gelagert und transportiert werden muss, wird dabei zentral aufbewart und die Impfzentren täglich frisch beliefert, so Alexander Koch.

140.000 Dosen des Impfstoffs der Firmen BionTech und Pfizer hat das Saarland bereits geordert. Da der Impfstoff zweimal verabreicht werden muss, ist diese Menge also erst einmal für 70.000 Personen ausreichend. Daher sollen zunächst sehr vulnerable Personen geimpft werden, so die Empfehlungen des Ethikrates, außerdem Beschäftigte in Gesundheitsberufen, in der Alten- und Krankenpflege und in Betreuungseinrichtungen. Desweiteren auch Polizisten, Feuerwehrleute, Rettungsdienstmitarbeiter sowie Lehrer und Erzieher. „Danach kann jeder geimpft werden, der sich anmeldet und dies freiwillig tun möchte“, so Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling. Eine Impfpflicht gibt es nicht.

Viertes Impfzentrum in Lebach

Die Bundeswehr baut auf eigene Verantwortung in Lebach ein viertes Impfzentrum im Land auf. Das teilte der Landkreis St.Wendel mit. Vom Land war ein viertes Zentrum in St.Wendel angedacht. Lebach sei aber für die Menschen beispielsweise aus Nonnweiler oder Tholey einfacher zu erreichen.

Im Impfstrategieplan der Landesregierung ist ein viertes Zentrum als Option vorgesehen. Es hätte entstehen sollen, wenn es die Lage erforderlich gemacht hätte. Das sei nach Angaben des Landkreises St.Wendel durch das von der Bundeswehr errichtete Impfzentrum nun nicht mehr nötig.

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Auch Thema auf SR 1 am 09.12.2020 in der Sendung 'Balser und Mark. Dein Morgen'.

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